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Lebensalter vor der Linse

01.07.2009 | 18:19 Uhr
Lebensalter vor der Linse

Fotoprojekt des Andreas-Vesalius-Gymnasiums mit dem Mehrgenerationenhaus

„Jede Generation und jedes Alter hat seine schönen Seiten” hieß das Motto der Vernissage der Arbeitsgemeinschaft Fotografie am Andreas-Vesalius-Gymnasium. Die sieben beteiligten Schülerinnen und ein Schüler der Stufe 10 - 13 haben zu diesem Thema Menschen im Mehrgenerationenhaus (MGH) fotografiert und befragt.

Der Kontakt zwischen Beate Florenz-Reul, die gemeinsam mit Referendarin Indra Schulten das Projekt betreut hat, und dem MGH kam über die ehemalige Kollegin Vera Bendtfeld zustande. Durch deren Beziehungen kam es zu einem Treffen mit Geschäftführerin Anne Oberdorfer. Die Absicht sei gewesen, dass das MGH sich öffnen wollte. Zuerst habe man nur Fotos machen wollen, erzählt Beate Florenz-Reul. Schnell entschied man sich aber dafür, den Fotografierten auch die Frage zu stellen: „Was schätzt du an deinem Alter?”

Die Fotos sind so unterschiedlich wie die begleitenden Aussagen. Die fünfjährige Ida schätzt an ihrem Alter, „dass ich jetzt schaukeln kann”. Katja (18) hingegen, dass sie jetzt „endlich alleine Auto fahren” kann. Die 28-jährige Therese mag, „dass man gar nicht sieht, wie alt ich bin”. Für Andrea (48) ist etwas ganz anderes wichtig: „Ich muss nicht mehr geschminkt zu Mülltonne gehen, bin auch mit mir toleranter geworden, kann langsamer sein und erlaube mir, Fehler zu machen.” Und der 73-jährige Johannes freut sich: „Ich habe zum Glück eine neue Partnerin gefunden und bin dadurch wieder ganz der Alte.”

Arbeit im Studio

Für das Projekt haben die Mitglieder der Foto-AG die Freiwilligen in einem mit Stativ, Lampen und Studiohintergrund ausgestatteten Raum porträtiert. Wann immer die Menschen zusammenkamen - zur Kaffeetafel, zum Bridge-Spiel oder zum gemeinsames Singen -, holten die Schüler und Schülerinnen die Freiwilligen ab und fotografierten sie, erzählt Edita Berisha (16), die seit fünf Jahren bei der Foto-AG mitmacht.

Katja Schott, ebenfalls AG-Mitglied, sagt, es habe sie „gereizt, einmal außerhalb der Schule zu fotografieren”. So konnte sie das Mehrgenerationenhaus kennenlernen. Die Bilder, so erklärt sie, sollten die Einstellung des jeweils Fotografierten widerspiegeln und für ihn charakteristisch sein. Deshalb seien die Fotos auch in Schwarz-Weiß zu sehen: So werde am klarsten erkennbar, was für den Menschen am wichtigsten ist.

Ziel der Foto AG ist, die Bilder und Zitate der Menschen des MGH in einem Buch zu veröffentlichen - als „Gedanken zum Lebensalter”. Es soll Menschen anregen, positive Seiten zu sehen und die „Einstellung zu ihrem Alter zu überdenken”, so Elisabeth Schnieders, Vorstandsvorsitzende des Sozialdienstes Katholischer Frauen.

Lisa Michelbrink

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