Leben mit und in der Natur

Jutta Radtke beim Stockbrotbacken.
Jutta Radtke beim Stockbrotbacken.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Jutta Radtke (46) aus Flüren ist Naturtrainerin, Entspannungspädagogin und Burnout-Beraterin.

Wesel..  Keine Frage, nicht erst seit sie ihre Ausbildung zur Naturtrainerin gemacht hat, ist Jutta Radtke gern draußen. Schon als Kind war das so, damals bei den Flürener Pfadfindern. Und auch die vergangenen 15 Jahre hat die heute 46-Jährige bei den Pfadfindern in ihrem Wohnort verbracht - als Leiterin. Jetzt, wo ihre beiden Söhne groß sind - der Jüngere macht gerade sein Abitur -, wollte Jutta Radtke noch einmal etwas Neues anfangen. Etwas, was sie kann und was ihr Freude macht. So stieß sie im Internet auf die Ausbildung zur Naturtrainerin, die sie in 300 Stunden an der Naturerlebnisschule in Raesfeld absolvierte. Da wurde alles ausprobiert, gesprochen und gespielt, bei minus sechs Grad im Sauerland gezeltet und im Naturfreundehaus in der Schorfheide übernachtet. Jetzt hat sie jede Menge Ideen, die sie immer weiter ausbaut, zumal sie nun auch noch Entspannungspädagogin und Burnout-Beraterin ist.

Eines möchte die 46-Jährige auf jeden Fall erreichen: Die Natur wieder in die Herzen der Menschen bringen. Dazu geht sie in die Aue, in den Diersfordter Wald oder zu einem anderen schönen Fleck. Dort kann teilweise nicht nur Stockbrot gebacken, sondern auch Autogenes Training gemacht oder ein Naturmandala (siehe oben) gelegt werden. All das entspannt und schärft die Sinne. Kürzlich ging sie auf Kräuterexkursion, und sie lud zum Ostereierfärben mit Naturfarben, wie Rotkohl, Zwiebelschalen und Curcuma ein.

Als Nächstes möchte Jutta Radtke an vier Nachmittagen die neuen i-Dötzchen an der Theodor-Heuss-Grundschule in der Natur spielerisch miteinander bekanntmachen und deren Sinne schulen. Auch Wandertagsangebote für Schüler und fürs Lehrerkollegium sind angedacht. Und sie könnte sich vorstellen, Urlauber stundenweise zu begleiten, etwa, wenn sie sehr gestresst sind. Entschleunigung in der Natur, heißt hier die Formel, dazu Sinneswahrnehmung und Achtsamkeit. Progressive Muskelentspannung nach Jacobson wäre etwa möglich, nachdem herausgefunden wurde, was eigentlich so sehr stresst.

Den Niederrhein hält die gelernte Bürokauffrau, die einst im Baustoffhandel arbeitete, für ideal. „Diese Umgebung ist ja ein Traum“, schwärmt sie, die einen Kontrast zum Alltag schaffen möchte, unter freiem Himmel und mit viel zwischenmenschlicher Kommunikation. Zuhören gehört auch dazu, genauso wie helfen und sich helfen lassen. Das wird bei einigen der Aufgaben deutlich, die sie bei ihren Gruppenangeboten stellt. Und auch wenn manches sehr spielerisch ist, hat es einen tieferen Sinn und macht in der Regel allen großen Spaß.