Lange fragt Sparkasse nach Fehlern und Plänen

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Hünxe..  Die Sparkasse Dinslaken-Voerde-Hünxe ist in eine massive Schieflage geraten. Für ein tragfähiges Geschäftskonzept werden mindestens 35 Millionen Euro zusätzliches Eigenkapital benötigt. Geld, welches das Kreditinstitut nicht selbst erwirtschaften kann. Mitte Februar werden die Stadträte von Dinslaken und Voerde vom Sparkassenvorstand ausführlich informiert. Ende Februar wird es auch eine Informationsveranstaltung mit dem Rat der Gemeinde Hünxe geben. Hierzu hat der Hünxer Bürgermeisterkandidat der EBH, Ralf Lange, eine Frageliste vorbereitet.

Die externen Kriseneinflüsse seien ihm bekannt, so Lange: Zunehmender Preis- und Margendruck durch die Direktbanken, steigende Fixkosten durch die intensiven Regulierungsvorschriften („Basel III“), die anhaltende Niedrigzinsphase und der Trend zu kurzfristigen Einlagen hätten sicher einen großen Einfluss auf die Wettbewerbsfähigkeit aller Regionalbanken. Ihn interessiere aber auch, welche internen Kriseneinflüsse es innerhalb der Sparkasse Dinslaken-Voerde-Hünxe gab. „Welche internen Probleme“, fragt er, „haben zum Verlust von sieben bis neun Millionen Euro im letzten Geschäftsjahr beigetragen?“ Zudem will Lange wissen, ob die Kreditpolitik des alten Sparkassenvorstands zu expansiv war.

Vorsorge aufgelöst?

Viele Kreditinstitute hätten während der globalen Finanzkrise 2009/ 2010 zwecks Risikovorsorge sehr hohe pauschale Wertberichtigungen vorgenommen. Weil aufgrund des guten Konjunkturverlaufes aber nur sehr wenige Unternehmen Insolvenz anmelden mussten und viele ihre Kredite ordnungsgemäß zurückzahlten, hätten diese Kreditinstitute ihre Vorsorge für zweifelhafte Kredite zu einem großen Teil ertragssteigernd aufgelöst. Auch die Sparkasse Dinslaken-Voerde-Hünxe?, fragt Lange.

„Wurden in der Vergangenheit von dem seinerzeitigen Sparkassenvorstand ausreichend hohe Teilwertberichtigungen auf kritisch zu bewertende Kreditengagements vorgenommen?“, will der Politiker wissen. Und er stellt die grundlegende Frage, ob eine Regionalbank mit einer Bilanzsumme von rund 1,6 Milliarden Euro (laut Wikipedia) im harten Wettbewerb noch wettbewerbsfähig ist.

Was wird die Sparkasse nun tun?, fragt Lange. „Welche Änderungen im Geschäftskonzept planen Sie? Müssen sich die Bürger auf Filialschließungen einstellen? Planen Sie einen Personalabbau?“

Auch nach Fusionsmöglichkeiten mit anderen Sparkassen fragt Lange. „Haben Sie schon Sondierungsgespräche geführt?“ Mögliche Fusionspartner würden vor konkreten Verhandlungen aussagekräftige Unterlagen verlangen, anhand derer sie die Sparkasse auf Herz und Nieren prüfen könnten. Langes Frage: „Lassen Sie entsprechende Unterlagen bereits zusammenstellen?“

Was haben Kommunen zu erwarten?

Und schließlich geht es ihm um die Trägerkommunen: Falls es zu einer Aufstockung von deren Einlagen kommen sollte: Wer führe dann die genannte Prüfung durch? Und: „Welche Sicherheiten können Sie den Trägerkommunen geben, dass ihnen der Turnaround gelingt und die Sparkasse zukünftig wieder schwarze Zahlen schreibt?“