Landwirt-Nachwuchs für den Kreis

Die Fachschulabsolventen erhielten ihre Urkunden.
Die Fachschulabsolventen erhielten ihre Urkunden.
Foto: Foto: Johann Ridder / FUNKE Foto
Was wir bereits wissen
Fachschulabsolventen feierten mit der Kreiszüchterzentrale und den Landfrauen die Winterparty. Bürgermeisterin Westkamp wies auf die Wichtigkeit dieses Berufes hin

Kreis Wesel..  „Natur und Landwirtschaft und nicht High Tech und Computer sind unsere Lebensgrundlage“, erklärte Ulrike Westkamp bei der gemeinsamen Winterparty des Vereins landwirtschaftlicher Fachschulabsolventen, der Kreiszüchterzentrale Wesel und den Landfrauen des Kreises Wesel.

14 Landwirten und elf staatlich geprüften Agrarbetriebswirten wurde im Rahmen dieser Veranstaltung feierlich eine Urkunde zum bestandenen Abschluss überreicht.

Landwirt zu sein, steht laut der Bürgermeisterin jedoch bei den meisten Jugendlichen nicht gerade auf dem ersten Platz der Traumberufe. „Harte Arbeit, Stress, wenig Freizeit und Urlaub“ sieht Ulrike Westkamp als abschreckende Faktoren für den gesellschaftlich wichtigen Beruf. „Wir brauchen die Produkte aus der Landwirtschaft“, erklärte die Bürgermeisterin.

Auch Antonia Bruns, die Vorsitzende des Landfrauenverband lobte die frisch gebackenen Bauern für ihre Zukunftsorientierung. „Durch euch sterben die Dorfgemeinschaft und alte Traditionen nicht aus“, so Bruns. Für den erfolgreichen Einstieg in den Beruf gab sie den Absolventen noch einen Rat mit auf den Weg: „Achtet stets auf die Natur und den Umweltschutz“.

Drei Jahre sind die Landwirte aus dem Kreis Wesel zuvor in Kleve oder Borken zur Schule gegangen. Für die Agrarbetriebswirte ging es nach einem Praxisjahr mit der Ausbildung an der an einem Berufskolleg für Landwirtschaft weiter. Dort stand für die Landwirte vor allem Personalführung und Betriebsleitung auf dem Programm. „Man muss in diesem Beruf nicht nur mit Kühen, sondern auch mit Menschen umgehen können“, scherzte Josef Martin, Fachlehrer für Betriebs- und Personalwirtschaft am Berufskolleg für Landwirtschaft in Borken.

Stefan Spaltmann hat genau diesen Weg hinter sich. Als Agrarbetriebswirt geht der 24-jährige nun zurück in den elterlichen Betrieb in Wesel. „Dort arbeite ich mit 300 Kühen“, erzählte Spaltmann zufrieden. „Jeder Tag ist hier anders, ob eine Kuh kalbt oder ich auf dem Feld arbeite“, lobte er die Vielseitigkeit seines Berufs. Auch Tobias Poetschki gehört zu den Absolventen. Den Spaß an der Landwirtschaft hat er seit der Kindheit nicht verloren. „Mein Großvater hatte einen eigenen Betrieb, ich bin damit groß geworden“, erklärte der 25-jährige. Nun hat er sich entschieden als Fremdarbeiter in einem Kartoffelbetrieb zu arbeiten.

„Die meisten Abgänger haben keinen elterlichen Betrieb Zuhause“, bemerkte Werner Vogt, der Vorsitzende des Vereins landwirtschaftlicher Fachschulabsolventen. Trotzdem sind die Berufschancen in der Landwirtschaft vielfältig. „Die Betriebe werden nicht mehr, aber qualifizierte Fachkräfte werden immer gesucht“, so Vogt.