Lachfalten als Nebenwirkung
06.03.2011 | 17:14 Uhr 2011-03-06T17:14:00+0100
Wesel.Dr. Ludger Stratmann präsentiert sich als würdiger Eselordenträger. Solch eine Zeit im Wartezimmer lässt man sich gerne gefallen. Auch als Privatpatient. Wurde doch eine amüsante Arznei gegeben, noch vor dem ersten Gespräch mit dem Doktor.
Sie schmeckte den Patienten, sie hatten Spaß, sangen lauthals mit, einige tanzten in den Gängen zwischen den vollbesetzten Tischen der Niederrheinhalle. Es gab den neuen Eselordenträger zu feiern. Und der versprach nicht nur für den Moment gute Laune, sondern auch ein Medikament, mit dem die Jecken bis Aschermittwoch aus dem Lachen nicht mehr herauskommen. Aber nicht nur weil mit Dr. Ludger Stratmann ein würdiger Eselordenträger auf der Bühne stand, war die Eselordenverleihung ein Höhepunkt der Session. Dazu trugen auch die Auftritte der lokalen Gruppen bei.
Geduld muss man nicht nur als Patient im Wartezimmer haben. Rund 90 Minuten dauerte es, bis mit einem großen Gefolge aus Spielmannszug und Garde der humorige Doktor in den Saal geleitet wurde. Ohne große Probleme schwang er sich auf den Esel. Seine Eselei, das leider auch der Niederrhein zu Nordrhein-Westfalen gehöre, haben ihn da die meisten bunt und phantasievoll verkleideten Besucher schon verziehen. Und nach der amüsanten Laudatio von Bürgermeisterin Ulrike Westkamp, dieses Mal in ein Engelskostüm mit ausladenden Flügeln gekleidet, legte der Sprachverdreher los. Herrlich, wie er in der Geburtsstadt von Konrad Duden ohne Artikel sprach, beim Einsatz von Genitiv und Dativ improvisierte. Auch wenn Sitzungspräsidentin Ulla Hornemann vom neuen Eselordenträger keine weitere Nicklichkeit hören wollte, Stratmann konnte nicht anders: Die Rede, die Frau Bürgermeisterin Westkamp ihm für seine Erwiderung geschrieben hatte, habe er leider vergessen, so dass er sich mit seinen eigenen Worten bedanken wollte. Es sei von den Weseler schon gewagt, ihm den Orden zu geben, ohne vorher überprüft zu haben, ob er nicht seine Doktorarbeit in Bayreuth abgegeben hatte. Und: „Die Westfalen können auch Karneval feiern, sich auf die Schenkel hauen. Nur du siehst es nicht“, so der gebürtige Westfale.
Das Engagement der hiesigen Karnevalsvereine zeigten die Prinzengarde und die Garde der Kolpingsfamilie. Und besonders der Auftritt der Tanzwieselchen, die in selbstgenähten Kostümen zu Klängen aus dem Musical König der Löwen tanzten. Ihren neuen Tanz zeigte die Gruppe „Take datt“. Für gute Stimmung sorgten Hilla Heien, Peter Löper und die Gruppe Dick’s Seven. Heute kann die Party weitergehen. Für den Rosenmontagszug war die Eselordenverleihung das richtige Aufwärmtraining.
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