Kulturförderung mit Prinzipien
16.04.2010 | 19:12 Uhr 2010-04-16T19:12:00+0200Hamminkeln.Über die Vergabe von knapp 3000 Euro lässt sich trefflich streiten. Das machte der Haupt- und Finanzausschuss vor. Fast gipfelte die Debatte in der Frage, was ist denn eigentlich Kultur und was nicht? Doch bevor sich die Fraktionen endgültig auseinanderdividierten, gab’s einen salomonischen Beschluss: Das Geld wird unter den drei Antragstellern aufgeteilt.
Eigentlich ist es Jahr für Jahr das alte Thema: Warum bekommt der das Geld und wir nicht? Drei Anträge lagen dem Ausschuss vor: Der Kulturkreis Marienthal, die Derik-Baegert-Gesellschaft Ringenberg und der Gewerbestammtisch Mehrhoog beantragten für ihre Veranstaltungen eine finanzielle Unterstützung. 2925 Euro stehen im Etat zur Verfügung und die Verwaltung hatte dem Gremium vorgeschlagen, jeweils 1000 Euro den Antragstellern aus Marienthal und Ringenberg zu bewilligen. Nachdem gleich mehrere Ausschussmitglieder eine ungleiche Behandlung in diesem Vorschlag sahen, meldete sich Bürgermeister Holger Schlierf zu Wort. Ihm seien diese Zuschüsse ein Dorn im Auge, nicht etwa, weil er die Kultur nicht gefördert sehen will, sondern weil so der Eindruck entstehe, „dass das alles ist, was wir dafür ausgeben“. Gleichzeitig müsse er feststellen, dass bei einem „kulturellen Schwergewicht“ wie den Marienthaler Abenden der Zuschuss von 1000 Euro in den Bereich der Lächerlichkeit gehe. „Uns fehlt ein Kulturamt“, stellte Schlierf fest, um gleich anschließend die Politik zu beruhigen, dass sich die Stadt eine solche Einrichtung auch nicht leisten könne. Vielmehr schlug der Bürgermeister einen Beirat vor, der generelle Vorschläge erarbeiten könne, wie die kulturelle Arbeit besser zu vernetzen sei. Möglicherweise biete sich auch eine Zusammenarbeit mit einem Kulturverein an, der sich derzeit in der Gründung befinde und sich im Hamminkelner Bahnhof ansiedeln möchte.
Ein zweiten Standbein schafft sich die Rockschule Hamminkeln von Marco Launert im Hamminkelner Bahnhof. Die große Nachfrage in Sachen Rockmusik sei der Anlass dafür, dass für die zahlreichen Unterrichtsangebote ein zusätzlicher Standort erforderlich werde, teilte die Schule mit. Zuerst aber werde der fünfte Geburtstag am 8. Mai gefeiert.
„Der Vortrag war eine Nummer zu groß“, urteilte Johannes Flaswinkel (Grüne) und forderte für die „kulturelle Diaspora Mehrhoog“ den Zuschuss für den örtlichen Gewerbestammtisch ein. Werner Opalka (CDU) unterstützte dagegen den Vorschlag des Bürgermeisters, eine Grundsatzdebatte zu führen, und wollte „zum letzten Mal“ den vorhandenen Zuschuss dritteln. „Zu wolkig“ sei die Diskussion, entgegnete sein Fraktionskollege Dr. Dieter Wigger aus Dingden. „Wir sollten uns daran erinnert, dass diese knapp 3000 Euro übrig geblieben sind von einer ursprünglichen Kulturförderung in Höhe von 25 000 Mark“, wandte Manfred Winter (SPD) ein, bevor in der Abstimmung alle drei Anträge bedient wurden.
0mitdiskutieren