Künstlerische Lebensgemeinschaft
26.03.2008 | 18:12 Uhr 2008-03-26T18:12:46+0100MUSIK UND MALEREI. Im Haus von Ellen Kierst und Jürgen Radojewski hat "Avalon" eine neue Heimat gefunden.
WESEL. "Dieses Haus hat auf uns gewartet." Davon sind Ellen Kierst und Jürgen Radojewski überzeugt. Dabei sieht das Einfamilienhaus in der Birkenstraße eher unscheinbar aus. Aber wichtig ist, was in ihm steckt. Und das ist riesig, Kreativität in allen Räumen - bis hin zum Wintergarten. Denn hier wohnt nicht nur das Künstlerehepaar Kierst/Radojewski, es ist auch die Heimat von "Avalon".
Hinter diesem Namen verbirgt sich eine Künstlergemeinschaft, deren Kern zwar im Prinzip aus den beiden Hausbesitzern Ellen Kierst und Jürgen Radojewski besteht, doch je nach Bedarf um andere Musiker ergänzt wird. Seit zweieinhalb Jahren lebt das Paar mittlerweile in Obrighoven, zuvor war Schermbeck-Damm der Ort, an dem "Avalon" seine künstlerische Heimat hatte. "Wir haben nach mehr Platz gesucht und hier alles gefunden, was wir wollten. Die niederrheinische Landschaft mit dem Auesee, das Wohnen in der Vorstadt, aber gleichzeitig überall hin angebunden sein", umschreibt Ellen Kierst die Überlegungen zur Hausauswahl.
Zwar musste das Gebäude erst "aus dem Dornröschenschlaf" geweckt werden, wie es die 50-Jährige nennt, doch diese Arbeit am und im Haus hat Jürgen Radojewski inspiriert. Ursprünglich war der 53-jährige Kunstlehrer an der Waldorfschule in Gladbeck als Folksänger unterwegs, vertonte Texte von Erich Kästner und widmete sich in den vergangenen zehn Jahren der Malerei. Stark verfremdete Portraits bildeten dabei zunächst einen Schwerpunkt. Inzwischen hat er sich der abstrakten Malerei, versetzt mit Mineralien, zugewandt. Nun sind Mosaikplastiken hinzugekommen, an denen er im Wintergarten des Hauses arbeitet.
Die Staffelei von Ellen Kierst steht direkt daneben. Die gelernte Kinderkrankenschwester, die als Logopädin in Voerde tätig ist, hat in der Portrait-Malerei ihre große Leidenschaft gefunden. Aber auch Motive und Szenen aus der Natur, die sich dem Betrachter nicht selten als mystisch angehauchte Traumbilder darstellen, gehören zu ihrem Repertoire. Gearbeitet wird ausschließlich mit Pastellkreide. Für ihr ursprüngliches künstlerisches Hobby bleibt der gebürtigen Oberhausenerin heute zu wenig Zeit. Das ist schade, wenn man sich die detailgetreuen wunderschönen Puppen und Elfen anschaut, die im Wohnzimmer sitzen und stehen. Alles an ihnen ist selbst gemacht.
Ausstellung im Centrum
Grundsätzlich aber sind die meisten Werke des Künstlerpaares auch in der Öffentlichkeit zu sehen - in zahlreichen Ausstellungen, an denen beide bislang teilgenommen haben. Gerade erst hat Ellen Kierst ihre Portraits aus der Alten Molkrei in Bocholt abgeholt. Zuvor hatte dort ihr Mann ausgestellt. "Fast ein halbes Jahr lang haben wir die Galerie dort bestückt", stellt der 53-Jährige schmunzelnd fest. Über Ostern beteiligten sich beide am Frühjahrskunstmarkt in Schloss Westerholt. Der Weseler Wasserturm, die Galerie im Centrum und die Marienthaler Remise zählen zu den weiteren Ausstellungsorten. Außerdem präsentierten beide als Mitglieder des Schermbecker Künstlerkreises dort ihre Arbeiten. Im April sind Werke von Jürgen Radojewski bei der Niederrheinischen Kunstmesse in der Galerie im Centrum zu bewundern.
Dass die beiden Musik lieben, zeigt der Blick ins Wohnzimmer ebenfalls. Dort stehen Gitarren, ein Verstärker und andere Musikinstrumente. Nach "Healing light", erschienen 2005, ist gerade die zweite CD in Arbeit. Ein Name steht ebenso wenig fest wie das genaue Erscheinungsdatum. "Wir wollen uns viel Zeit lassen", begründet Jürgen Radojewski die Ruhe. Aber auf jeden Fall gibt's wieder Celtic-Rock zu hören.Ellen Kierst und Jürgen Radojewski mögen das Mystisch-Keltische. Deshalb hat ihnen auch der Name Avalon gut gefallen. "Außerdem gibt's nur noch eine Band, die diesen Namen trägt", hat sich der 53-Jährige schlau gemacht. Mit den Trollwesen befasst er sich bei seiner musikalischen Arbeit, bei der zurzeit die Peer-Gynt-Suite von Edvard Grieg ganz obenan steht. Demnächst will das Künstlerehepaar auf jeden Fall gemeinsam nach Irland.
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