Kritik an Heimdebatte aus Voerde

Hünxe/Voerde..  Mit „völligem Unverständnis“ reagiert Ulrich Lütke, Sprecher der Voerder Grünen, auf den in der Ausgabe vom gestrigen 8. April veröffentlichten Leserbrief zur Diskussion um den geplanten Bau einer Flüchtlingsunterkunft in Drevenack. „Es ist immer wieder das Gleiche: Asylbewerbern helfen? Ja bitte – aber nicht in meiner Nachbarschaft. Der Leserbrief einer Hünxer Familie macht es deutlich. Einerseits schreibt man, dass man nichts gegen Flüchtlinge hat, aber dann bitte schön doch im Gewerbegebiet und nicht in einer Neubausiedlung, weil es dann zum Wertverlust kommt bei den Eigenheimbewohnern. Abgesehen davon, dass der gefürchtete Wertverlust ein Märchen ist: Hier werden erneut Menschenleben mit Grundstückspreisen aufgewogen“, kritisiert Lütke.

Fatal an solchen Äußerungen sei, dass sie den Boden bereiteten „für eine Ausgrenzung von Menschen“. Menschen, die alles verloren hätten und deren Leben bedroht sei. „Das ist nicht Recht, sondern Unrecht“, mahnt Lütke. Wer solche Ansichten billige oder gar aktiv verbreite, solle sich überlegen, wie es ihm erginge – wäre er auf der Flucht und würde am vermeintlich sicheren Ort mit dem Wert eines Grundstücks verglichen. „Europa ist seit vielen Jahrzehnten sicher und friedlich. Diese Friedlichkeit zu teilen, ist unser aller Auftrag – besonders als Menschen einer Nation, die ihrerseits genug Erfahrungen mit Flucht, Leid und Krieg gemacht hat. Und daraus gelernt haben sollte“, betont Lütke.