Das aktuelle Wetter Wesel 12°C
Kirche

Kraftakt für die Kinder

20.11.2009 | 18:45 Uhr

Wesel. Die Evangelische Kirche muss sparen. Und doch gibt sie fast 700 000 Euro für ihre vier Kindertageseinrichtungen aus. Die werden für - inklusive Zuschüssen - 1,7 Millionen Euro umgestaltet und erweitert. Ein großer Schritt in die Zukunft der Kinder- und Familienbetreuung.

„Wer sich jetzt nicht auf den Weg macht, kriegt keine Fördermittel mehr und hinkt der Entwicklung hoffnungslos hinterher”, sagt Pfarrerin Eva Holthuis als die zuständige Beauftragte. Seit Jahren sei „die Arbeit mit Kindern ein Schwerpunkt unserer Gemeindearbeit”, so Pfarrer und Presbyteriumspräses Thomas Brödenfeld. Nicht deshalb, weil die Kirche der Stadt Aufgaben und Ausgaben ersparen will. Ein „Heranführen der Kinder an religiöse Vorgaben und an das Gemeindeleben”, den Umgang mit der Schöpfung nennt er als Hintergrund. Während der Bildungsbegriff allgemein und inzwischen bis hinunter in die Kindergärten oft auf eine ökonomische Verwertbarkeit reduziert wird, betont Eva Holt-huis die vornehmliche Förderung sozialer Bildung, den verantwortungsbewussten Umgang mit anderen Menschen. In diesem Sinne arbeite die Kirche eng mit Grundschullehrern und Eltern zusammen.

Zwischen 40 und 60 Jahre alt sind die Kindertageseinrichtungen an der Beguinenstraße, der Gnadenkirche, an der Friedenskirche und am Lauerhaas. Den aktuellen pädagogischen Standards entsprechen sie nicht mehr, und ab 2010 sollen sie unter Dreijährige und später auch noch jüngere Kinder aufnehmen. Das alles schafft ebenso Handlungsbedarf wie der Trend zur Ganztagsbetreuung. Ihm, ausgerichtet auf die je spezifischen Elternwünsche, gerecht zu werden, bietet sich jetzt die Gelegenheit, weil dafür die Förderung durch das Konjunkturpaket zwei greift. Einnahmen aus Grundstücksverkäufen in Lackhausen kommen der Kirchengemeinde ebenfalls zupass.

Mit Herzblut geht Architekt Fred-Jürgen Störmer an die Planung und Umsetzung der kindgerechten Um- und Anbauten. Allgemein entstehen Ruhe-, Mehrzweck-, Wickel-, Gruppen- und Nebenräume, wird die Funktionalität des Bestehenden verbessert und auf den Erhalt von Außenflächen Wert gelegt.

Im Januar soll an der Beguinenstraße begonnen werden, wo bisherige Wohnräume im ersten Stock einbezogen werden. Im Frühjahr soll es an der Friedenskirche und am Lauerhaas, im Sommer an der Gnadenkirche losgehen.

Während der Bauarbeiten in einzelnen Abschnitten können die Kinder in jeweils benachbarte Gemeindeeinrichtungen ausweichen. Zu personellen Reduzierungen komme es nicht, so Eva Holthuis. Für die Zukunft rechnet sie mit Personalaufstockungen.

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/2135512/create

Aktuelle Fotos und Videos
Eselrock
Bildgalerie
Festival
KuBa Festival
Bildgalerie
Kulturbahnhof
Drachenbootregatta
Bildgalerie
Drachebootrennen
Frühlingstreff
Bildgalerie
Dingden
Aus dem Ressort
Neue Schule: CDU will sich nicht festlegen
Schule
Die Ratsfraktion möchte dem Elternwillen nicht vorgreifen. Sekundarschule und Gymnasium sind möglich
SPD-Ratsherr fordert Überwachung
Politik
Für eine durchgängige Aufsicht an der Lippefähre „Quertreiber“ setzt sich SPD-Ratsherr Wilhelm Bußmann in einem Brief an Bürgermeisterin Ulrike Westkamp ein.