Kostümiert zur eigenen Ausstellung

Schermbeck..  Wisst Ihr noch? Wolfgang Kimpenhaus geht von Bild zu Bild. Fast 50 Jahre an einer Stellwand - da kommt einiges zusammen. Der Blick fällt auf Stimmungssänger Michael Mattern, Neubürger Wolfgang Herkel, Volker Becker als Tanzmariechen. Daneben die Männergesangsgruppe „Die Vier“ und die MGV-Schlümpfe - beides närrische Eigengewächse. Eine Herrenriege in Bikinis, eine zünftige Polonaise - der geschmückte Sitzungssaal vor dem ersten Helau. Manchmal muss Kimpenhaus unter seinem silberfarbenen Zylinder überlegen, wer die Menschen auf den alten Bildern sind. Er weist auf einen Piraten. „Guck mal, Werner“, winkt er seinen Vereinsfreund, den ehemaligen MGV-Vorsitzenden Werner Gudat, heran: „Da bist du!“

Kostümiert war eine Delegation des Männergesangvereins Eintracht Schermbeck in die Volksbank gekommen, um ihre traditionelle Foto-Schau vorzustellen. Seit sieben Jahren stimmt der MGV die Schermbecker hier auf die jecken Festtage ein. Rund 100 Bilder sind zu sehen, aktuelle und Erinnerungen an alte Zeiten bis in die 60er Jahre. In jeder Session hat der Verein zwei, drei Fotografen aus den eigenen Reihen im Einsatz. Hunderte Aufnahmen sind so im Laufe der Zeit entstanden.

Bis 8. Februar hängt eine Auswahl in der Volksbank. Schon gestern blieben Bankkunden stehen, sahen sich die Fotos an, plauderten mit den bunten Sängern: „Seid ihr schon jeck?“, wollten sie wissen. Und: „Ist es denn bald wieder soweit?“ Jawohl, ist es, wie man an den roten Nasen deutlich sehen konnte. Am 6. und 7. Februar feiert der Männergesangverein im Begegnungszentrum des Rathauses. Wobei diese 62. Sitzung noch schwungvoller ausfallen könnte als die vorherigen. Schließlich begeht der MGV das 150. Jubiläum. Derzeit sei man voll und ganz mit dem Programm beschäftigt, fasst Wolfgang Kimpenhaus zusammen.

Er verrät: Die Sänger stimmen kölsche Töne an, etwa von den Höhnern. An den Textbeiträgen, Büttenreden und Sketchen wird noch geschnitzt. „Wir versuchen gerade, noch einige Vereinsmitglieder zu überreden, etwas zu übernehmen.“ Traditionell entsteht die jecke Nacht in Eigenregie. Dreiviertel des Programms gestaltet der MGV selbst.

Mehr will Kimpenhaus nicht preisgeben. Nur soviel noch: Auch das Motto „Brasilien war atemlos - in Schermbeck ist die Hölle los“ spielt eine Rolle. „Ein paar Fußballtrikots hängen bestimmt herum.“