Klassik im Bossow-Haus

Schermbeck..  „So habe ich mir das gedacht“, meinte Petra Kirchhhoff am Samstagvormittag. Rund 20 Bewohner des Bossow-Hauses, es liegt auf dem Gelände des Lühlerheims, lauschten Lianne Laurens (Flöte) und Warno Ruting am E-Piano. Über Pater Matthias Brenken, Prior im Karmeliterkloster Marienthal kam der Kontakt zustande. „Wir haben ja gesagt“, fasste die Mitarbeiterin des sozialen Dienstes die Antwort auf das angefragte Interesse an einem Gastspiel zusammen. Wer Interesse an der Musik hatte, sollte dazukommen und zuhören.

Bach und Chopin

„Sie können sich auf ein schönes Konzert freuen“, versprach sie eingangs, und die beiden Interpreten lösten das Versprechen mit abwechslungsreichen Ausflügen in die Klassik ein. Deutlich hallten die Klänge der beiden Instrumente durch die Flure des Seniorenheims. Dabei war der morgendliche Auftritt (ein weiterer folgte nachmittags in der Klosterkirche Marienthal) als Dankeschön-Konzert gedacht. Laurens, die mit ihrer Familie in den Niederlanden lebt, betrieb Ahnenforschung (NRZ berichtete). Auf dem Hof ihrer Vorfahren im Dämmerwald lebt heute die Familie Hüsken. Agnes und Martin Hüsken waren daher zwei Werke gewidmet: „Großer Gott wir lieben Dich“ von Zonnenberg und „God And God Alone“ von McHugh.

Im Laufe des rund einstündigen Programms tauchten auch die großen Namen der Klassik auf: Georg Friedrich Händel, Johann Sebastian Bach, Frédéric Chopin und Claude Debussy. Das kleine, aber aufmerksame Publikum applaudierte gerne.

„Wenn das Tradition würde, dann würde ich mich freuen“, so formulierte Petra Kirchhoff den Wunsch nach weiteren Klassik-Konzerten im Bossow-Haus. Solche Konzerte seien dort eher selten, auch wenn oft gesungen werde. „Das ist für die Bewohner etwas Herrliches“, war sie sicher, auch wenn die klassische Musik wohl eher die Frauen anspreche. Mit 15 Bewohnerinnen sind sie bei den 60 Plätzen des Bossow-Hauses aber die Minderheit, weil etliche ehemals wohnungslose Männer aus der Kolonie Lühlerheim im Alter dorthin wechseln. Diese Gruppe war ebenfalls eingeladen, aber das Interesse gehe „gegen Null“, meinte Kirchhoff. Der persönliche Hintergrund der Bewohner macht sich auch dadurch bemerkbar, dass es mehr Einzel- als Gruppenarbeit mit den Senioren gibt.

Laurens und Ruting traten jeweils ehrenamtlich auf, aber eine Gage in Naturalien gab es doch. Die Musiker waren zum Mittagessen („Es gibt einen leckeren Eintopf“) sowie zu Kaffee und Kuchen eingeladen, bevor es zum zweiten Konzert des Tages nach Marienthal weiterging.