Kirchturmhahn wird aufgepäppelt

Pastor Ludger Schneider und Christoph Schmänk mit dem lädierten Hahn.
Pastor Ludger Schneider und Christoph Schmänk mit dem lädierten Hahn.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Auch das schwere Kreuz und die Kugel wurden gestern von der Spitze der Dingdener St.-Pankratius-Kirche abmontiert und werden nun in den kommenden Wochen gründlich restauriert.

Hamminkeln.. Der Kirchturm von St. Pankratius Dingden ist in den kommenden Wochen mehr als fünf Meter kleiner als bisher: Denn gestern Vormittag wurden das Kreuz und der Hahn vor Spitze in 43,5 Metern Höhe abmontiert und zur Restaurierung in die Dingdener Metallbaufirma Schmänk gebracht. Dort wird beides nun gründlich überarbeitet.

„Der Hahn hätte jederzeit runterkommen können“, erklärte Architekt Gerhard Elsner, der mit der Hebebühne in die Höhe gestiegen war und mit seinen Helfern nach rund zehn Minuten den Kupfervogel von der Spitze des Kreuzes abgepflückt hatte.

Metallbauer Christoph Schmänk nahm den Kirchturmhahn am Fuß des Kirchturms in Empfang. Er freut sich schon auf das Aufpäppeln der Figur und verspricht: „Wir werden den Gockel wieder flott machen!“

Das Abnehmen des rund 250 Kilogramm schweren Kreuzes gestaltete sich ungleich schwieriger: Per 140-Tonnen-Schwerlastkran wurde das 2,60 Meter breite und rund fünf Meter hohe Schmiedestahl-Kreuz an Riemen befestigt und erstmal vorsichtig auf dem Vorplatz des Gotteshauses abgestellt.

Von Einschusslöchern durchsiebt

Jetzt konnte man deutlich erkennen, wie sehr der Zahn der Zeit an Kreuz und Kugel genagt hat. Unter anderem war der oberste Spannring der Halterung von der Kugel auf der Spitze des Kirchturms durch Korrosion aufgeplatzt.

Auch am Kreuz sind Verzierungen völlig verrostet – teilweise fehlen fingerlange Stücke. „An Kirchen fällt immer mal wieder irgendwas herunter“, ergänzt der Architekt.

Die Kugel selber ist durchsiebt von Schüssen aus dem Zweiten Weltkrieg. Architekt Elsner wunderte sich gestern allerdings, dass die Kugel so viele Einschusslöcher aufwies, der Hahn jedoch nicht: „Normalerweise war bei den Soldaten der Hahn beliebter als Schussobjekt, weil man einen Treffer daran erkennen könnte, dass sich der Hahn dann drehte.“

Kugelinnere war leer

„Schon diese Kriegs-Beschädigungen zeigen, dass wohl lange niemand mehr das Kreuz und den Hahn heruntergeholt hat“, erläutert Pastor Ludger Schneider, der auch an seinem freien Tag sich dieses Spektakel an seiner Kirche natürlich nicht entgehen ließ.

Spannend wurde es wenige Minuten später, als die Kugel mit den Einschusslöchern geöffnet wurde. Man hoffte, dass dort etwas hineingelegt wurde, doch außer Dreck fand sich nichts im Inneren wieder.

Erst in den kommenden Tagen wird eine Entscheidung fallen, ob der Kirchturmhahn und die Kugel vergoldet werden. „Darüber wird voraussichtlich der Bauausschuss des Kirchenvorstandes entscheiden“, erklärt Pastor Schneider.

Wann die restaurierten Teile wieder aufgesetzt werden, ist noch ungewiss. Ebenso, ob die Kirchengemeinde vorab die Gelegenheit bekommt, Hahn und Kreuz ganz aus der Nähe zu betrachten.