Kinderwünsche werden erfüllt
25.11.2009 | 20:18 Uhr 2009-11-25T20:18:00+0100
Wesel. Der Novemberwind blies kräftig und versuchte immer wieder, unseren Weihnachtswunschbaum umzupusten. Aber die Bereitschaft und das Engagement, Kindern einen Weihnachtswunsch zu erfüllen, konnte er nicht verhindern.
Es dauerte nicht lange, da waren gestern am Großen Markt die 25 Wunschkarten der Kinder vergriffen, die von der Caritas in der „Villa Confetti” und anderen Einrichtungen betreut werden. Und auch als „Nachschub” kam, war er unter vielen Schenkenden schnell verteilt. Unsere Auftakt-Aktion für benachteiligte Kinder war so schön, dass wir sie fortsetzen.
Die Bereitschaft der Wunschzettel-Pflückerinnen und -Pflücker, den Kindern eine Freude zu machen, war in vielerlei Hinsicht beeindruckend. In Einrichtungen wie die Caritas könne man vertrauen, und am besten könne man doch vor Ort Gutes tun, sagten viele wie etwa Simone Dera. Das sei sinnvoller als Geschenke in der Familie, meinte eine andere Besucherin. Eine weitere knüpfte an ihre eigene Kindheit unter 16 Geschwistern an, von der sie nicht gerne erzählen mochte. Anderen Kindern soll es da ein bisschen besser gehen.
Erinnerungen
an die eigene Kindheit
Erinnerungen hatten auch Wunschbaum-Besucher wie Herbert Heidhaus. Der 72-jährige Weseler weiß noch, wie er und sein Bruder im Kriegsjahr 1944 zu Weihnachten ihre ersten Trainingsanzüge bekamen - dunkelblau, schwere Baumwollware. Und das, obwohl die Mutter gesagt hatte, es gäbe nichts. Dazu Baskenmützen und je ein dicker Boskop-Apfel. Voller Stolz ging es im neuen Sportdress in die Kirche.
Wilma Nolsen vom Entenmarkt, heute 75 Jahre alt, war schon über zehn als sie nach dem Krieg ihre erste richtige Zelluloid-Puppe bekam. Davor waren Wollsocken ersatzweise zu Püppchen umfunktioniert worden. In der Nachkriegszeit stellte ihr Vater Spiele für die neun Kinder selbst her. Heute, wo es so vieles gibt, seien Kinder oft nicht mehr so zufrieden, meint die Weselerin.
Mit einem Buch ist Michael Dickmann aus Mehrhoog glücklich. Der 51-Jährige denkt noch an den Beginn seiner Karl-May-Zeit, die mit dem Winnetou I-Band zu Weihnachten begann. Peter Becher aus Wesel, zwei Jahre älter, hat „eigentlich immer tolle Geschenke” bekommen - auch wenn er einen Tag vor dem Fest Geburtstag hat.
Es kamen Männer, die im Auftrag ihrer Frau ganz ohne große Worte gleich mehrere Wunschbaum-Karten mitnahmen. Und auch junge Leute beschenken Wunschbaum-Kinder. Wie die drei Weseler Ergotherapeutinnen, die, durch ihre Arbeit mit Kindern angeregt, gestern für unsere Aktion postwendend Geschenke besorgten und dann auch noch die letzte Karte vom Baum pflückten.
Und dann kam sogar der Nikolaus und erfreute uns mit einem Gedichtvortrag - in Gestalt des 68-jährigen Hermann Moerkerk aus Emmerich. Allen, die da waren, sagen NRZ und Caritas ganz herzlichen Dank.
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