Kindertagesstätten suchen neuen Träger
04.07.2008 | 21:15 Uhr 2008-07-04T21:15:02+0200SOZIALES. KiBiz-Anforderungen stellen den Kinderschutzbund in der Villa Confetti und dem Sonnenblumenhaus vor strukturelle und finanzielle Probleme.
WESEL. Das Kinderbildungsgesetz, kurz KiBiz genannt, fordert ein erstes Opfer. Der Weseler Kinderschutzbund gibt seine Trägerschaft für die beiden Kindertagesstätten "Villa Confetti" am Herzogenring und das "Sonnenblumenhaus" in der Feldmark ab. Die Anforderungen seien für ehrenamtliche Träger nicht zu leisten, stellte Vorsitzender Friedrich Eifert gestern bedauernd fest. Gemeinsam mit der Stadt wird nun nach einem neuen Träger gesucht. Beide Kitas bleiben weiterhin in Betrieb.
Der Kinderschutzbund habe sich seine Entscheidung nicht leicht gemacht, betonte Eifert im Gespräch mit der NRZ. Schließlich habe man gerade erst viel investiert, um auch Familienzentrum zu werden. Doch mit Blick auf die Zukunft und die wachsenden Anforderungen durch KiBiz, sowohl strukturell als auch finanziell, habe sich der Vorstand zu dem Schritt entschlossen. Schließlich habe man immer den Anspruch von Professionalität an die Arbeit in den beiden Einrichtungen gestellt. Dies könne allein durch ehrenamtliche Tätigkeit nicht mehr gewährleistet werden.
Die Einrichtungen mit insgesamt 112 Kindern werden erhalten bleiben, versicherten Friedrich Eifert und Wolfgang Jung übereinstimmend. Der zuständige Beigeordnete der Stadt bedauerte die Entscheidung des Kinderschutzbundes, konnte aber die Begründung gut nachvollziehen. Man habe bereits davor gewarnt, dass kleine Träger, die nicht auf Unterstützung bei der Verwaltung und der Finanzen zurückgreifen können, erhebliche Probleme bekommen könnten. An erster Stelle stünden nun die Kinder. Für deren pädagogische Versorgung müsse eine Lösung gefunden werden.
ELTERN INFORMIERT Von seiner Entscheidung hat der Kinderschutzbund die Eltern, Mitarbeiter und die Mitglieder informiert. Der Wechsel der Trägerschaft soll möglichst zum neuen Kindergartenjahr 2008/2009 erfolgen. Das beginnt bereits am 1. August. Sollte sich bis dahin kein Nachfolger gefunden haben, werde man die Einrichtungen bis zum Übergang weiterführen, so Eifert. Der Kinderschutzbund bleibe mit eigenem Büro und den Fachbereichen Familienorientierte Hilfen und Pädagogische Lernhilfen vertreten.
0mitdiskutieren