Kies-Lkw fahren nicht durch Bislich

Eine neue Belade-Anlage für Lkw mit sieben riesigen Silos entsteht zurzeit am Produktionsstandort Ellerdonk der Firma Holemans.
Eine neue Belade-Anlage für Lkw mit sieben riesigen Silos entsteht zurzeit am Produktionsstandort Ellerdonk der Firma Holemans.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Firma Holemans baut am Produktionsstandort Ellerdonk zurzeit für 2,5 Millionen Euro eine neue Belade-Station für Laster. Schon fertig: die Wasser-Recycling-Anlage

Wesel..  Etwa zwei Millionen Tonnen Kies und Sand werden am Produktionsstandort Ellerdonk der Firma Holemans in Bislich jährlich produziert. Bisher wurde diese Menge ausschließlich über Förderbänder zum rund 800 Meter entfernten Rhein transportiert und von dort per Schiff zu den Kunden geliefert. Der Rohstoff landet in „betontechnologischen Anwendungen“, wie Thomas Derksen, Technischer Leiter der Firma, erläutert. „Mit unserem Sand und Kies sind in jüngster Vergangenheit beispielsweise die Weseler Rheinbrücke, das Stadion Borussia-Park in Mönchengladbach und der 7,5 Kilometer lange Eisenbahntunnel unter dem Hafen von Antwerpen gebaut worden“, zählt Derksen auf.

Ab Frühjahr 2016 könnte etwa ein Drittel des Rohstoffs von Ellerdonk per Lkw auf die Reise gehen, denn für rund 2,5 Millionen Euro baut Holemans zurzeit sieben riesige Silos mit einem Durchmesser von 12,5 und einer Höhe von 18 Metern. Jeder der silbernen Speicher fasst 2000 Tonnen. Drei Silos sollen demnächst Sand, vier Kies vorhalten – jeweils in unterschiedlicher Körnung.

Schallschutz entsteht

Zurückgefahren wird die Produktion am Werk Diersfordt. „Die Lkw, die künftig statt am Kieswerk Diersfordt ihre Ladung am Standort Ellerdonk aufnehmen, werden nicht durch Bislich fahren“, betont Holemans-Sprecherin Claudia Kressin. Die Zufahrt zur neuen Beladeanlage von der Bislicher Straße (K 7) führt über das Betriebsgelände der Firma. Zwischen der Ladeanlage und der Wohnbebauung wird Schallschutz errichtet.

Bereits in Betrieb ist die 200 000 Euro teure Wasser-Recycling-Anlage am Ellerdonksee. Das ausgeklügelte System aus Gräben dient der Firma als „reines Steuersparmodell“, wie Thomas Derksen freimütig einräumt. Ausgangspunkt sei der vor rund zehn Jahren von der Landesregierung eingeführte „Wassercent“ für die Entnahme von Wasser aus dem firmeneigenen See, erläutert Michael Hüging-Holemans von der Geschäftsführung. „Das ließe sich nur noch steigern, indem man die Atemluft besteuern würde“, zeigt er wenig Verständnis für diese Steuer.

Preiswürdige eigene Lösung

Nun hat seine Firma einen eigenen Wasserkreislauf gebaut, bei dem das viele zur Kiesaufbereitung nötige Wasser physikalisch von störenden Schwebstoffen befreit und mehrmals am Tag wiederverwendet wird – so wird etwa 60 Prozent Frischwasser gespart und zugleich jährlich 80 000 Euro an Wassercents. Die von Holemans erdachte Anlage wurde vom Bundesverband Mineralische Rohstoffe ausgezeichnet.