Keine weiteren Windkraftzonen in Wesel

Windräder bei Büderich.
Windräder bei Büderich.
Foto: Wesel
Was wir bereits wissen
Das Thema Windkraft beschäftigte am Mittwoch den Ausschuss für Stadtentwicklung. Ergebnis: Es bleibt bei den bisher ausgewiesenen Flächen. Die Entscheidung fällt aber der Rat.

Wesel..  In Wesel werden keine weiteren Zonen für Windkraftanlagen ausgewiesen. Diese Empfehlung gab der Ausschuss für Stadtentwicklung dem Rat, der am kommenden Dienstag tagt. Hintergrund: Eine Untersuchung durch die Münsteraner „enveco“ GmbH hatte ergeben, dass theoretisch ohnehin nur eine Fläche im Bereich der Issel/B 70 in Lackhausen für die Ausweisung geeignet wäre. Und das unter nicht unbedingt idealen Rahmenbedingungen, wie ein Vertreter des Büros erläuterte. Unter anderem ging es dabei um die so genannte optische Bedrängung durch die Windräder, aber auch um Artenschutz, Infrastruktur und Überschwemmungsgebiete. In einem solchen wären die avisierten Windradstandorte nämlich ebenso gelegen wie in Landschaftsschutzgebieten.

Der „enveco“-Experte kündigte an, dass wohl Einzelfallprüfungen zu erwarten seien und Drosselungen, um den Schallschutz einzuhalten. Auch Schattenwurf könnte zum Problem werden, zumal hier lediglich eine halbe Stunde am Tag und bis zu 30 Stunden pro Jahr erlaubt seien. In der Theorie könnten zwar bis zu vier Windkraftanlagen installiert werden, aber realistisch sei dies nicht. Und auch bei zwei, drei solcher Anlagen bestünden viele Unklarheiten. Fazit: In Wesel gibt es keine weitere Konzentrationszone mehr, die rechtssicher ausgewiesen werden kann.

Ulrich Gorris (Grüne) bedauerte, dass man zu keinem besseren Ergebnis gekommen sei. Zudem regte er an, dem möglichen Investor (Stadtwerke Wesel zusammen mit der SL Naturenergie) die nötigen Untersuchungen zu übertragen, zumal er die Kosten tragen würde. „Das wäre fatal und würde sicher beanstandet“, sagt Helmut Klein-Hitpaß von der Verwaltungsbank. „Wenn’s nicht geht, dann muss man’s lassen.“ Gorris mahnte dennoch erneut, dass die rechtlichen Folgen einer solchen Entscheidung nicht absehbar seien.

Verärgerte Stadtwerke

Eine Rolle spielte ein Schreiben der Stadtwerke Wesel, das in der Sitzung auslag. Sie drückten ihr Bedauern über das Untersuchungsergebnis aus. Schließlich habe Windkraft zu einem zentralen Geschäftsfeld aufgebaut werden sollen. Mit dem Aufsichtsrat habe einvernehmlich die Absicht bestanden, in Wesel zu investieren und Windkraftstandorte zu entwickeln. Auch ein Bürgerbeteiligungsmodell sei vorgesehen gewesen. Zudem werden in dem Brief die fachlichen Ausführungen des Planungsbüros angezweifelt, die am Ende aber ausgeräumt werden konnten. Eine falsche Zahl hatte sich dennoch eingeschlichen.