Keine Berührungsängste

Bürgermeisterin Ulrike Westkamp mit Herbert Heidhaus. Der 77-Jährige lebt gern in Wesel.
Bürgermeisterin Ulrike Westkamp mit Herbert Heidhaus. Der 77-Jährige lebt gern in Wesel.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Landrat Ansgar Müller lud am Mittwoch zum zwanglosen Gespräch auf den Weseler Wochenmarkt

Wesel..  Die Tage, an denen er auf Wochenmärkten unterwegs ist, um mit Leuten ins Gespräch zu kommen, sind für Ansgar Müller immer besonders spannende Tage. „Denn ich weiß vorher nie, was kommt“, sagt der Landrat. Von Verkehrsthemen bis hin zu Einbürgerungsfragen komme dort alles Mögliche zur Sprache. In der schönen Jahreszeit ist Müller einmal im Monat auf den Märkten des Kreisgebiets unterwegs, gestern war er in Wesel. Und auch dort ließ er sich überraschen von den Dingen, die den Weselern am Herzen lagen.

So etwa das Thema Hundehaltung, über das Eberhard Kiel mit Ansgar Müller sprach. Er habe selbst zwei Hunde, die „ordentlich Power haben und laufen müssen“, sagte der Rentner. „Es ist für sie nicht gesund, sie nur an der Leine gehen zu lassen.“ Doch wirklich viele Möglichkeiten habe er in Wesel nicht, seine Hunde frei laufen zu lassen, so Kiel. Vor allem, da er die ausgewiesenen Freilaufzonen bewusst meide. „Bei den vielen Hunden, die dort unterwegs sind, übertragen sich Krankheiten schnell“, befürchtet der Rentner.

Gefährlich für Kinder

Eine Frau aus Obrighoven nutzte die Gelegenheit und sprach mit dem Landrat, aber auch mit Bürgermeisterin Ulrike Westkamp und Ralf Ueffing von der Polizei, die ebenfalls als Ansprechpartner vor Ort waren, über den Autoverkehr auf der Dorstener Straße. „Das ist ein reines Wohngebiet, aber seit der Baumarkt an der Robert-Bosch-Straße eröffnet hat, haben wir dort „Verkehr wie auf einer Bundesstraße.“ Für die vielen Kinder, die dort wohnen, sei das lebensgefährlich, findet sie. Er werde sich des Themas annehmen, sagte Ralf Ueffing zu.

Ein weiteres Problem, das sich der Polizist ebenfalls notierte, brachte Marktbeschicker Hermann Kuhlmann zur Sprache. Er komme zweimal in der Woche früh morgens aus Büderich und stehe dann ewig an der Kreuzung Esplanade/Kreuzstraße, ohne dass die Ampel auf Grün springe.

Neben solchen und weiteren ganz unterschiedlichen Themen gab es für Ansgar Müller und Ulrike Westkamp aber auch viel Lob zu hören: Die Stadt Wesel habe eine tolle Entwicklung erlebt, sagte etwa Herbert Heidhaus. Der 77-Jährige hob die Umgestaltung des Zitadellenviertels oder der frisch renovierten Häuser des Bauvereins am Wasserturm als gelungene Projekte hervor. „Und ich sitze so gern am Rhein“, schwärmte Heidhaus. „Mit Blick auf das Wasser, das ist wirklich schön.“

Positives höre er bei seinen Marktgesprächen immer wieder, berichtete Ansgar Müller und freute sich: „Im Kreis Wesel lässt es sich offenbar ganz gut leben.“ Berührungsängste ihrem Landrat gegenüber haben die Einwohner des Kreises übrigens offenbar auch nicht. „Wir reden hier ganz ungezwungen, und das ist gut so.“