Karlchen Müller und das stille Solo

Spieler aus der gesamten Region kamen zum Doppelkopfturnier in die Bürgerhalle Wertherbruch,
Spieler aus der gesamten Region kamen zum Doppelkopfturnier in die Bürgerhalle Wertherbruch,
Foto: FUNKE Foto Services / Gerd Herma
Was wir bereits wissen
Insgesamt 101 Teilnehmer spielten beim 18. Doppelkopfturnier in Wertherbruch mit. Ausgerichtet wurde des vom Heimatverein „Alte Herrlichkeit Wertherbruch“.

Hamminkeln..  25 Tische standen am vergangenen Sonntag in der Wertherbrucher Bürgerhalle im Mittelpunkt des Interesses. Konzentriert schauten jeweils vier Spieler auf die Tischmitte, gespannt auf die nächsten Züge ihrer Gegner und Mitspieler. In der Luft lag das gleichmäßige Summen halblaut geführter Unterhaltungen. Beim 18. Doppelkopfturnier, ausgerichtet vom Heimatverein „Alte Herrlichkeit Wertherbruch“, spielten 101 passionierte Kartenspieler um den Sieg.

Dritthöchste Beteiligung

„Das ist die dritthöchste Beteiligung in den 18 Jahren“, freute sich Spielleiter und Heimatvereinsvorsitzender Heinz Weyer. Die Beteiligung aus anderen Hamminkelner Stadtteilen sowie umliegenden Orten wie Rees, Bocholt, Rhede oder Wesel war hoch. Das Turnier zog die unterschiedlichsten Altersgruppen an, junge Erwachsene ebenso wie Senioren. Frauen stellten rund ein Drittel der Teilnehmer.

In drei Durchgängen, die aus jeweils 16 Spielen bestehen, galt es, die meisten Punkte zu erreichen. Nach jedem Durchgang wurde die Zusammensetzung der Spieler an den Tischen durch Auslosen neu bestimmt. Preise gab es am Ende sowohl für die Rundenbesten, als auch für jene mit der höchsten Gesamtwertung. „Wenn man in einer Runde über 500 Punkte erreicht, ist das schon ganz gut“, erklärt Ludwig Dittrich aus Bocholt. Der 59-Jährige geht jedes Jahr beim Wertherbrucher Doppelkopfturnier an den Start und hat über 30 Jahre Spielerfahrung. Doch wie bei jedem Kartenspiel gehören neben Erfahrung und Strategie immer auch Glück und ein gutes Blatt dazu. „Ich war in der ersten Runde ganz gut, aber in der zweiten unterdurchschnittlich“, erzählt er.

Nach zwei Durchgängen steht Dittrich bei knapp 800 Punkten, damit sind seine Chancen auf den Sieg praktisch dahin. Ein Blick auf die vergangenen Jahre zeigt, es sind meist um die 1700 Punkte, die den Sieg bringen. „Wer jetzt um die 1000 Punkte hat, für den ist noch alles möglich“, weiß Spielleiter Heinz Weyer.

So zum Beispiel für Michael Seggewiße aus Spork. Mit 19 Jahren gehört er beim Turnier zu den jüngsten Teilnehmern und steht nach den ersten beiden Runden bei 1030 Punkten. „Es ist viel Glückssache. Man muss Solos spielen, dann kann man schnell viele Punkte machen, die zählen dann dreifach“, erklärt er. Es ist für ihn das erste Turnier in Wertherbruch. Sein Arbeitskollege, Tim Langert aus Wertherbruch, hatte ihn über den Wettkampf informiert und tritt ebenfalls an. Mit 22 Jahren ist er ebenfalls einer der Jüngeren im Spielgeschehen.

Beide schätzen das Doppelkopf-Spiel aus den gleichen Gründen. „Es gibt so viele Spielmöglichkeiten. Privat spielen wir auch andere Varianten, zum Beispiel mit zwei Neunen, und gelegentlich um Geld“, erzählt Tim Langert.

Spielen um Minimalbeträge

Um Geld wird bei dem Turnier nicht gespielt, sondern um Sachpreise. So standen etwa eine Laptoptasche, eine Wanduhr oder eine Universalfernbedienung auf dem Preistisch. Dennoch hatten viele der Spieler kleine Plastikdöschen mit etwas Kleingeld auf dem Tisch stehen, das nach den einzelnen Spielen munter die Besitzer wechselt. „Das sind private Absprachen, die die einzelnen Tische treffen“, distanziert sich Heinz Weyer. Wenn ein Tisch ausgelost wird, verständigen sich die Spieler darüber, ob und um wie viel Geld gespielt werden soll - Minimalbeträge. „Hier geht es, wenn überhaupt, um fünf oder zehn Cent pro Punkt. Das sind dann vielleicht 80 Cent pro Spiel“, weiß Michael Seggewiße.