Kampf gegen das Gasbohren geht in den Endspurt

Gabriele Obschernicat in der Diskusion mit Schülern. Die hamminkelnerin klärt auf.
Gabriele Obschernicat in der Diskusion mit Schülern. Die hamminkelnerin klärt auf.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Gabriele Obschernicat warnt seit Jahren vor den Risiken für Umwelt und Gesundheit.

Hamminkeln..  Haben Gabriele Obschernicat und ihre Mitstreiter gegen Erdgasbohrung etwas erreicht mit dem jahrelangen unermüdlichen Kampf gegen Fracking in Deutschland? Zunächst offenbar noch wenig, die Bundesregierung will die Methode zulassen. Und irgendwie doch viel, denn zahlreiche Menschen wissen jetzt, worum es geht, wenn von Fracking die Rede ist: Mit Chemikalien versetztes Wasser wird unter Hochdruck mit Quarzsand in Gesteinsschichten gepresst, um Risse zu erzeugen und das im Gestein enthaltene Gas oder Öl zu fördern. Eine Technik, die Gefahren birgt, so die Kritiker. „Unser Ziel ist es, die Risiken dieser Fördertechnik aus der Anonymität zu holen“, sagt die Aktivistin. „Wir wollen, dass sich die Menschen und die politischen Institutionen damit beschäftigen.“ Zumindest das ist den Fracking-Gegnern gelungen. Ob das letztlich zu einem Verbot des Verfahrens führen wird, ist derzeit ungewiss. „Da unten kann man nichts reparieren“, sagt Obschernicat mit Blick auf die Risiken der Technik.

Und für die scheint das Bundesumweltministerium blind zu sein, kritisieren die Gegner. Nahezu alle Frackingmethoden sollen nach dem Gesetzesentwurf zulässig sein, einige sofort unter dem Etikett der „Forschung“ - auch sie dürfen kommerziell genutzt werden. Andere Verfahren sollen ab 2018 durch eine Kommission geprüft werden, doch das Gremium sei mit Fracking-Befürwortern besetzt.

Obschernicat setzt noch ihre Hoffnungen auf die Länder. Deren Umweltminister haben die Pläne der Bundesregierung am 22. April abgelehnt und fordern eine Änderung des Bundesberggesetzes, um „das Aufbrechen von Gesteinenunter hydraulischem Druck zur Aufsuchung und Gewinnung von Kohlenwasserstoffen“ zu verbieten. Das wäre das Ende des Fracking in Deutschland das für die Kritiker die Gesundheit aller für die Gewinninteressen weniger riskieren würde. In einem offenen Brief fordern die Fracking-Gegner die Ministerpräsidenten der Länder dazu auf, diesen Kurs zu halten.

Die Gegner führen Erfahrungswerte aus Amerika an, wonach unter anderem eine erhöhte Konzentration des krebserzeugenden Gases Radon in den Häusern der Fracking-Fördergebiete von Pennsylvania gemessen wurde. In Utah wurden Fehlgeburten und Totgeburten registriert, wofür erhöhte Ozonwerte verantwortlich gemacht werden, um nur einige der Argumente zu nennen. Fracking, so ihr Fazit, gefährdet nicht nur das Grundwasser, sondern auch die Luft. Gabriele Obschernicat und ihre Mitstreiter werden nicht locker lassen.