Junge Frauen sollen zugeschlagen haben

Das Weseler Amtsgericht.
Das Weseler Amtsgericht.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Der Weseler Amtsrichter stellte das Verfahren ein und verfügte Sozialstunden. Im Sommer sollen zwei Frauen den ehemaligen Freund der einen verletzt haben.

Wesel..  Eine Schlägerei in der Innenstadt hat am Dienstag zwei junge Frauen aus Wesel vor das Amtsgericht gebracht. Im Sommer sollen Manuela E. und Cindy D. (alle Namen von der Redaktion geändert) Manuelas ehemaligen Freund verletzt haben, so die Anklage. Ein dritter Beschuldigter erschien nicht. Er muss sich später allein verantworten.

Was wirklich an diesem Nachmittag Ende Juli geschehen ist – das Gericht bekam unterschiedliche Versionen zu hören. Das Opfer Oliver Z., ein schmal gebauter 23-Jähriger, hatte das Gespräch mit seiner ehemaligen Freundin Manuela gesucht. Sie schuldete ihm Geld, und ein wenig Eifersucht, gab er zu, war auch im Spiel. Die 19-Jährige hatte sich von ihm getrennt und war eine Partnerschaft mit ihrer Mitangeklagten eingegangen. Manuela erschien nicht allein zum Treffpunkt, sie brachte Cindy und den dritten Beschuldigten mit.

Soweit waren sich alle Zeugen einig. Bei dem Treffen ergab ein Wort das andere. Schließlich, so sagte Manuela aus, habe sie Oliver geschubst, er sie auch. Es kam zum Gerangel, er ging zu Boden. Die kräftig gebaute junge Frau setzte sich auf seinen Brustkorb, so die Anklage. Der beteiligte Beschuldigte habe ihn in den Magen getreten. Nachdem Oliver sich befreite, rannte er weg. Doch sein Peiniger habe ihn eingeholt, zu Boden gebracht und gegen seine linke Schläfe getreten. Cindy habe seinen Kopf auf den Boden geschlagen. Soweit die Anklage.

Wer wann geschlagen und getreten hat, ließ sich letztlich kaum klären. Die Zeugenaussagen unterschieden sich. Auch sagte das Opfer selbst anders aus als im Juli bei der Polizei. Dass die beiden jungen Frauen gewalttätig geworden sind und vor allem Cindy dem Opfer mindestens eine Ohrfeige verpasste - davon ging das Gericht aus. Das Verfahren wurde mit der Auflage, jeweils 30 Sozialstunden zu leisten, eingestellt. Anders als Manuela stimmte Cindy nur widerwillig zu. Sie habe nicht zugeschlagen.