Juliane Saebel ist neue Försterin in Schermbeck

Juliane Saebel  (rechts) ist neue Försterin in Schermbeck und löst Evelyn Piasecki (links) im Amt ab.Foto:Lars Fröhlich
Juliane Saebel (rechts) ist neue Försterin in Schermbeck und löst Evelyn Piasecki (links) im Amt ab.Foto:Lars Fröhlich
Was wir bereits wissen
Die 33-Jährige löst Evelyn Piasecki ab, die zum Jahreswechsel in den Ruhestand geht. Der Ameisenpfad sowie die neuen Rad- und Wanderwege in der Üfter Mark sollen für Besucher attraktiver werden

Schermbeck..  „Ich bin froh, dass ich das machen durfte“, sagt Evelyn Piasecki. Nach 34 Jahren verlässt sie den Regionalverband Ruhr (RVR), um in den Ruhestand zu wechseln. Seit 2001, als dieser den ehemaligen Mannesmann-Forst kaufte, ist in der Üfter Mark viel passiert. Piasecki hat diese Entwicklung als Projektleiterin mitgestaltet und begleitet.

Erlebbare Landschaft Üfter Mark

1500 Hektar groß ist das überwiegend bewaldete Gebiet. Das Ziel nach dem Kauf: Aus dem privaten Wald sollte eine Landschaft werden, die für die Besucher erlebbar ist. In kurzer Zeit sei viel erreicht worden, sagt sie, „aber wir sind noch lange nicht fertig“. Denn die Angebote wie zum Beispiel der Ameisenpfad oder die neuen Rad- und Wanderwege müssten auch „bespielt“ werden. Als eine Möglichkeit, dies zu erreichen, nennt sie Führungen.

Viele Beteiligte waren für die Umgestaltung der Üfter Mark an einen Tisch zu holen: In dem großen Arbeitskreis saßen Vertreter des Landesumweltministeriums, der beteiligten Kreise Wesel und Recklinghausen, die Biologischen Stationen, die Forstbetriebe sowie Dorsten und Schermbeck als direkt betroffene Kommunen. „Die großen Oberziele festlegen“, das war die erste Aufgabe, erinnert sich Piasecki. Sie meint: Die Üfter Mark sei ein „Bindeglied“ zwischen dem Dämmerwald in Schermbeck und der Haard im Kreis Recklinghausen.

Eine Försterin, die den Beruf liebt

Nach dem Studium der Landespflege und Ökologie in Essen kam sie zum RVR, war 20 Jahre in der Landschaftsplanung tätig. Mit 65 Jahren geht sie zum Jahreswechsel in den Ruhestand: Sie habe bis zum Schluss gearbeitet, „weil das schön war“, sagt sie lachend. Auch wenn eines ihrer Projekte platzte: Die Idee, aus der ehemaligen Sandgrube Boer ein Naturerlebniszentrum zu machen, scheiterte am geschützten Schwarzstorch, der dort lebt.

Viel Verwaltungsarbeit

Erst noch genau kennenlernen will Juliane Saebel die Üfter Mark. Seit wenigen Monaten ist sie die neue Teamleiterin Waldbewirtschaftung West. Ihr Arbeitsbereich reiche von Ennepetal im Süden bis zur Üfter Mark im Norden. Auf Ebene der Revierleiter gebe es Kontakte und eine Zusammenarbeit über die Grenze der Kreise Borken und Wesel hinaus, die Zuständigkeit des RVR ende aber dort. Die Verwaltung nimmt viel Raum ein; etwa 70 Prozent ihrer Arbeitszeit verbringt die 33-Jährige am Schreibtisch.

1100 Hektar geschützt

Forstwissenschaft studierte sie in Dresden. 2004 machte sie ein Praktikum beim RVR. Gerd Klesen, dessen Aufgabe sie übernommen hat, war damals dort ihr Ausbilder. Nach Referendariat und großer Abschlussarbeit und einer Stelle in Dortmund kam sie zum RVR. „Ich kenne noch nicht alle Flächen“, sagt sie. Die unterschiedlichen Wälder mit individuellen Eigenheiten machten ihre Arbeit „sehr abwechslungsreich“. Ihre Aufgabe sieht sie auch darin, die Üfter Mark aufzuwerten. Diese und die Kirchheller Heide seien die größten zusammen hängenden Waldflächen des RVR, erklärt sie. Dort zu arbeiten sei eine „ganz andere Herausforderung“. Das gelte auch für die Flächen, die der Bergbau ab 2018 freimachen werde. Der Naturschutz spielt bereits eine große Rolle in der Üfter Mark: Standen beim Kauf des Waldes gerade einmal 130 Hektar unter Naturschutz sind es heute 1100 Hektar.