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Jetzt kann der Frost kommen

17.10.2012 | 17:44 Uhr
Jetzt kann der Frost kommen
Christel Tebbe schneidet Hortensien zurück.Foto: Peggy Mendel

Wesel. Auf der Gartenliege die Sonne genießen, am besten mit einem kühlen Getränk und dem Lieblingsbuch. Oder mit Freunden zusammensitzen an einem lauen Abend und grillen. Der Sommer im eigenen Garten war toll. Und auch, wenn es möglicherweise noch den ein oder anderen schönen sonnigen Tag geben wird, müssen wir uns für dieses Jahr damit abfinden: Er ist vorbei.

Höchste Zeit also, den Garten winterfest zu machen. Auch Christel Tebbe, Dieter Schröder und Werner Schwirtz sind in diesen Tagen genau damit beschäftigt. Die drei Mitglieder des Kleingartenvereins Fischertorstraße geben Tipps, woran Gärtner denken sollten.

Zurückschneiden

Eine Hauptaufgabe ist das Zurückschneiden von Pflanzen, weiß Christel Tebbe. Die 61-Jährige ist Vorsitzende des Kleingartenvereins und hat seit vielen Jahren ihre eigene Parzelle an der Fischertorstraße. „Alles was geblüht hat, kann man abschneiden“, erklärt sie. „Allerdings nicht ganz kurz herunterschneiden, sondern lieber direkt unter der Blüte.“ Das gelte beispielsweise für Rosen oder Hortensien. Die Pflanzen seien kälteempfindlich und frieren deshalb im Winter schon mal teilweise zu. „Darum ist es besser, sie erst im Frühjahr richtig zurück zu schneiden“, empfiehlt Dieter Schröder.

Umgraben hingegen sollten Gartenbesitzer jetzt vor dem Winter, sagt der 76-Jährige. „Aber wirklich nur umgraben, nicht glatt harken.“ Der Frost könne auf diese Weise sehr tief in den Boden eindringen. „Eine ganz einfache Methode, um Schädlinge zu bekämpfen.“ Ob das so stimmt? Christel Tebbe ist sich nicht ganz sicher: „Früher hat man gesagt, so würden Schädlinge bekämpft. Ob es wirklich funktioniert, weiß ich nicht“, sagt sie. „Aber es hat sich irgendwie so eingebürgert, dass die meisten hier im Herbst umgraben.“ Es gebe aber durchaus auch Gartenbesitzer, die darauf schwören, im Frühling umzugraben, sagt die 61-Jährige. Unabhängig von der Schädlingsbekämpfung hat das Umgraben im Herbst für sie einen ganz anderen Vorteil: „Alles, was ich jetzt abschneide, kann ich mit untergraben.“

Blumenzwiebeln setzen

Für eine farbenfrohe Blütenpracht im Frühling gelte es bereits jetzt vorzusorgen, empfiehlt Werner Schwirtz. „Tulpen- oder Narzissenzwiebeln etwa, die müssen jetzt in die Erde, damit die Blumen im Frühling blühen.“ Andere Blumensorten hingegen sollten vor dem Winter aus der Erde genommen werden, damit sie nicht kaputt frieren. „Dahlien hole ich in diesen Tagen aus der Erde“, erklärt Christel Tebbe. „Über den Winter bewahre ich die Wurzeln in Plastiktüten auf und notiere darauf, in welcher Farbe die jeweilige Pflanze blüht. Im Frühling kommen die Dahlien dann wieder nach draußen.“

Wenn die Vorbereitungen für den Winter getroffen sind, dann freuen sich die Gartenfreunde auf den ersten Frost. Dann kann nämlich der Grünkohl geerntet werden. Auch Rosenkohl, Porree, Feldsalat oder Endiviensalat gibt es jetzt noch frisch aus dem Garten.

Gabi Schultze


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