Jetzt geht es ans Brücken bauen

Der regionale Anbieter-Markt „Feines vom Land“, hier auf dem Hof Schäfer in Dingden, ist ein erfolgreiches Leader-Projekt.
Der regionale Anbieter-Markt „Feines vom Land“, hier auf dem Hof Schäfer in Dingden, ist ein erfolgreiches Leader-Projekt.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Freude in Hamminkeln, dass Leader-Projekte weiter gehen und neue entstehen. Die Drei-Flüsse-Radroute, die Nachbarschaftsberatung und auch der beliebte Markt „Feines vom Land“ mit Produkten regionaler Erzeuger sind als Leader-Projekte entstanden und werden weiter gepflegt.

Hamminkeln..  Leader – was ist das? hieß es vor wenigen Jahren noch. Inzwischen reißen sich die Regionen landauf, landab um dieses EU-finanzierte Förderinstrument für ihre Ideen und Projekte im ländlichen Raum.

43 hatten sich diesmal beworben, 26 wurden ausgewählt. Darunter die neu zusammengestellte Region Lippe-Issel-Nieder­rhein, der Hamminkeln, Hünxe, Schermbeck, Voerde und Wesel angehören. In diesen Kommunen wurde für die 120 Seiten umfassende Bewerbung intensive Vorarbeit geleistet. Jetzt sind alle Beteiligten glücklich, auch wenn man noch lange nicht am Ziel ist. „Wunderbar“, reagierte Thomas Michaelis, leader-erfahrener Mann im Hamminkelner Rathaus, auf die Nachricht. Er habe darauf gehofft, sei angesichts der großen Nachfrage aber nicht sicher gewesen.

Radroute mit neuem Angebot

Nun könne man in Hamminkeln „eine ganze Menge an Projekten aus der vorherigen Förderphase weiterführen“, was die dabei ehrenamtlich Aktiven begeistern werde. „Und wir können private Gelder offiziell mit einplanen.“

Die Drei-Flüsse-Radroute, die Nachbarschaftsberatung und auch der beliebte Markt „Feines vom Land“ mit Produkten regionaler Erzeuger sind als Leader-Projekte entstanden und werden weiter gepflegt. So wird die Radroute qualitativ verbessert, wird etwa ein Gepäcktransport von einem zum anderen Übernachtungsort geschaffen.

Positive Leader-Erfahrungen haben vor allem die Dingdener gemacht, wo die Architekturwerkstatt und die Neugestaltung des Kirmesplatzes von der Förderung profitierten. Jetzt sollen auch wieder neue Vorhaben angestoßen werden. Die Entwicklung von Wohnquartieren sei etwa ein Thema, so Michaelis. „Wir haben eine ganze Menge neue Akteure“, freut er sich. Es habe bereits vorausschauend Arbeitssitzungen mit reger Teilnahme gegeben.

Bei aller Euphorie ist zunächst eine Menge „Formalkram“ nötig. „Wir müssen jetzt eine neue lokale Arbeitsgemeinschaft mit Vorstand und Satzung aus dem Boden stampfen“, so Michaelis. Und für die einzelnen Projekte sind Förderanträge zu formulieren. Einen fixen Zeitplan habe man noch nicht, aber da die Förderung sicher sei, könne man sofort loslegen.

Hilfreiche Kooperation

„Brücken bauen“ lautet das Motto, mir dem die Region Lippe-Issel-Niederrhein ins Rennen ging. In ihren einzelnen Kommunen hatten engagierte Bürgerinnen und Bürger Ideen für lokal bezogene Projekte entwickelt, die später zu einem einheitlichen Konzept zusammengetragen wurden.

Auch dieser Prozess ist also schon eine Art Brückenschlag. So haben etwa die Frauen des Dingdener Dorfentwicklungsvereins mit dem Büdericher Bürgerforum kooperiert. Und jetzt werden sie den Büderichern sicherlich praktische Hilfestellung bei der Umsetzung leisten.