Jetzt geht die Fete richtig los

Dieses Schwein aus Mett soll natürlich Glück bringen.
Dieses Schwein aus Mett soll natürlich Glück bringen.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Manche stehen stundenlang in der Küche, um den Gästen ein Silvestermahl zu bereiten. Andere nutzen die Dienste eines Partyservice. Wir haben einen besucht.

Wesel..  Na, was gibt es denn bei Ihnen zu Silvester? Genießen Sie in gemütlicher Runde ein Fondue, vielleicht ein leckeres Raclette oder eine kräftige Suppe zum Mitternachtssekt? Es könnte auch die ganz große Auswahl für Ihre Partygäste sein. Zum Beispiel das rustikale Buffet mit Rahmgeschnetzeltem oder zarten Hähnchenschnitzeln, Krustenbraten in Zwiebelsoße, Nackenbraten in Pfefferrahm, dazu die gemischte Gemüseplatte, frische Salate, Spätzle, Röstkartoffeln und Gratin. Diese Leckereien werden heute Abend einige schlemmen, denn der Partyservice Voss, der auch das Restaurant Ratskeller betreibt, beliefert immerhin 16 Feten.

Die Herrencreme gehört dazu

Für Chef Karl-Heinz Voss, Mitarbeiterin Michaela Tepaß und Koch Tobias Müller sind das lange Tage. Doch wie immer: „Es ist alles eine Frage der Organisation“, findet Michaela Tepaß, die zusammen mit ihren Kollegen gestern satte zwölf Stunden arbeitete. Das Team hat da schon Übung. Denn die vielen Weihnachtsfeiern, die von Wesel aus beliefert wurden, haben noch ein bisschen mehr Arbeit gemacht. Da ging es die ganze Woche über rund, teils sogar schon am Mittag.

Das Trio hat allerdings längst eine gewisse Routine. Seit drei Jahren ist es in der Küche unterhalb des Rathauses aktiv, kocht, richtet an, dekoriert, liefert aus und holt alles am Ende auch wieder ab. Mal werden heiße und kalte Buffets gewünscht, mal gibt es ein Menü, Suppen, diverse Themenbuffets oder – wie seit zwei Jahren – so genanntes Fingerfood. Da kommen dann Klassiker wie Hackbällchen, Schinken-Spargel-Röllchen, Bruschetta mit Fisch, und, und, und auf den Tisch. Wer’s mag, kann auch ganz bodenständig genießen, mit dem Weseler Schlemmerbuffet zum Beispiel oder mit der Niederrheinischen Tafel. Letztere beinhaltet unter anderem einen rheinischen Sauerbraten und die typische, unvermeidliche Herrencreme.

„Ohne Herrencreme geht gar nichts“, weiß Michaela Tepaß, die viele Jahre als Fleischereifachverkäuferin tätig war und deshalb auch einiges an Wissen bei der Zubereitung von Salaten mitbringt. Und auch, was die Dekoration angeht, weiß die 40-Jährige aus Wesel Bescheid. Zum Käse gehören auf jeden Fall Trauben oder Cocktailtomaten. Zitronen passen beispielsweise gut zu Schnitzeln. Petersilie kommt dagegen nur noch wohl dosiert zum Einsatz, „anders als vor 20 Jahren“, wie die Fachfrau sich erinnert, als die grüne Deko quasi bundweise auf den Platten landete.

Nach Neukirchen-Vluyn ist Schluss

Die größte Lieferung für 85 Personen landet heute Abend als eine kalt-warme Variante in Wesel, die letzte Tour geht dann auf die Reise nach Neukirchen-Vluyn, wo sie um 21.30 Uhr ankommen soll. Danach können auch die Kollegen vom Partyservice endlich feiern. Michaela Tepaß will es sich mit der Familie bei Raclette gemütlich machen. Hauptsache sitzen, lautet dann ihre Devise, denn gelaufen ist sie an diesem Tag schon weite Strecken. Schließlich werden die vielen Platten, Behälter, teils auch noch das Geschirr, Gläser, Besteck und Servietten angeliefert, und – wenn gewünscht – auch entsprechend angerichtet.

Ein dickes Schwein aus Mett wird heute bei so mancher Fete ebenfalls vertreten sein. Das soll nicht nur gut schmecken, sondern vor allem viel Glück fürs neue Jahr bringen.