Jetzt drohen in Wesel ungepflegte Beete

Hier gibt es einen Garten- und Landschaftsbauer als Paten, so dass es im Kreisverkehr am Moltkeplatz wohl weiter blühen dürfte.
Hier gibt es einen Garten- und Landschaftsbauer als Paten, so dass es im Kreisverkehr am Moltkeplatz wohl weiter blühen dürfte.
Foto: Funke Foto Services
Die Kosten für die Grünflächenunterhaltung steigen, also schlägt ASG-Werksleiter Ulrich Streich das Streichen von Stellen vor. Das bleibt nicht ohne Folgen.

Wesel..  Noch blüht es prächtig auf dem Bahnhofsvorplatz. Die ASG-Mitarbeiter haben mit der Sommerbepflanzung dafür gesorgt. Und noch sieht es entlang der städtischen Straßen weitgehend ordentlich aus. Doch das könnte sich schon bald ändern. Darauf macht der Werksleiter des städtischen Betriebs ASG (Abfall, Straßen, Grünflächen) Ulrich Streich jetzt die Mitglieder des Betriebsausschusses aufmerksam. Denn seit fünf Jahren ist das städtische Entgelt, das für die Grünflächen- und Straßenunterhaltung an den ASG fließt, gleich geblieben. Die Kosten aber sind derweil gestiegen, bei den tariflichen Gehältern allein um vier Prozent. Das muss irgendwie aufgefangen werden.

Streich schlägt vor, bis voraussichtlich 2017 weitere sechs Stellen einzusparen, indem bei rentenbedingtem Ausscheiden keine Neubesetzung erfolgt. Die Folge: Statt der 52 Stellen im Jahr 2004 gibt es dann noch 36. Nicht alles kann deshalb weiter so erledigt werden wie bislang. „Beete werden ungepflegter aussehen“, mutmaßt er. Denn wird das so genannte Straßenbegleitgrün momentan noch viermal im Jahr gepflegt, sei dies künftig nicht mehr so. Von den sechs einzusparenden Stellen sind vier im Bereich der Grünflächenpflege angesiedelt. Hinzu kommt ein Mitarbeiter, der für die Sportplatzpflege zuständig ist, und ein Mäher. Inklusive Fahrzeugkosten könnten so 300000 Euro im Jahr eingespart werden, sagt Streich.

Vorrang hat danach vor allem die Verkehrssicherungspflicht, die sämtliche Schulhöfe, Spielgeräte und Bäume betrifft. Und auch der Winterdienst fordert seinen Tribut, Bereitschaftsdienste müssen bei entsprechender Wetterlage schließlich sein. Darüber hinaus ist der ASG unter anderem für etwa 17000 Bäume, 1,4 Millionen Quadratmeter waldartigen Baumbestand, 65000 Quadratmeter Bodendecker/Rosen, 205000 Quadratmeter Strauchflächen, elf Kilometer Formhecken und -gehölze, 4000 Quadratmeter Stauden und Gräser, 778000 Quadratmeter Gebrauchsrasen, 77 Kilometer Draht- und Metallzäune sowie 118000 Quadratmeter Sportrasen zuständig.

Vor 14 Jahren wurden erstmals Patenschaften von Privatleuten für kleinere Grünflächen übernommen. Mittlerweile gibt es 50 solcher Paten. Mit einem Faltblatt, das demnächst vorgestellt wird, möchte Streich für noch mehr Engagement in diese Richtung werben. Und auch Gärtner beziehungsweise Garten- und Landschaftsbauer sind dann erneut aufgerufen, sich fürs öffentliche Grün zu engagieren, so wie es bereits an mehreren Kreisverkehren in der Stadt der Fall ist.