Integration durch Sprache

Organisatoren und Unterstützer: Dieter Dünnhaupt, Ralf Henßen, Doris Kusmanov, Dr. Heinzgerd Schott, Wolfgang Jung, Klemens Simon und Andreas Brinkmann (von links).
Organisatoren und Unterstützer: Dieter Dünnhaupt, Ralf Henßen, Doris Kusmanov, Dr. Heinzgerd Schott, Wolfgang Jung, Klemens Simon und Andreas Brinkmann (von links).
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Volkshochschule und die Flüchtlingshilfe Wesel bieten einen Deutschkurs speziell für junge Flüchtlinge an.

Wesel..  Im Supermarkt einkaufen, auf der Straße nach dem Weg fragen oder Behördengänge erledigen – alles gar nicht so einfach, wenn man in ein fremdes Land kommt und die dort gesprochene Sprache nicht beherrscht. Das müssen auch Flüchtlinge in Wesel täglich erfahren. Um ihnen das Leben in Deutschland angenehmer zu machen und bei ersten Schritten der Integration zu helfen, bietet die VHS Deutschkurse an. Nachdem im Februar ein erster Lehrgang begann, läuft nun der zweite Sprachkurs für Flüchtlinge, der diesmal speziell für junge Teilnehmer gedacht ist.

25 Menschen im Alter von 14 bis 26 Jahren lernen in dem 200-stündigen Kurs die Grundzüge der deutschen Sprache kennen. Eigentlich sei das Angebot für Flüchtlinge ab 16 Jahren gedacht, die keine Schulpflicht mehr haben, erklärt VHS-Leiter Andreas Brinkmann. „Dass wir nun auch jüngere Teilnehmer haben, liegt daran, dass einige wenige Jugendliche jetzt so knapp vor Ende des Schuljahres nach Deutschland gekommen sind, dass sie nach Absprachen mit den Behörden zunächst den Lehrgang absolvieren und dann in die Schule kommen sollen.“

Die Motivation der Kursteilnehmer sei groß, beobachtet Brinkmann. „Die jungen Erwachsenen kommen regelmäßig. Und mehr noch – es herrscht große Solidarität der Teilnehmer untereinander.“ Akademisch vorgebildete Flüchtlinge seien ebenso vertreten wie Menschen, die in ihren Heimatländern ihre Schullaufbahn abbrechen musten. „Die Stärkeren helfen den Schwächeren“, sagt der VHS-Leiter.

Möglich wurde die Finanzierung des Kurses, den die Volkshochschule gemeinsam mit der Flüchtlingshilfe koordiniert, durch die Unterstützung mehrerer Partner. So spendeten die Feldmarker Pfadfinder beispielsweise 600 Euro aus dem Erlös ihrer Tannenbaum-Aktion im Januar. Die Flüchtlingsproblematik sei natürlich auch ein Thema in der Pfadfinder-Arbeit, sagt Klemens Simon. 1500 Euro spendeten Schüler, Eltern und Großeltern bei der jüngsten Aufführung des Musicals „Artaban“ im Konrad-Duden-Gymnasium kurz vor Weihnachten. Auch dieses Geld floss in die Finanzierung des Sprachkurses.

Weiterer Unterstützer ist der Lions Club Wesel, der die Flüchtlingshilfe bei seinem jährlichen Förderpreis bedachte. Ein Engagement, das fortgesetzt werden soll, wie Wolfgang Jung ankündigt: „Das war nicht unsere letzte Unterstützung der Flüchtlingshilfe.“