Initiative bleibt aktiv

Wesel..  Groß war die Empörung vor einem Jahr, als der Saal der Gaststätte Pollmann die vielen Menschen kaum fassen konnte. Ihr Unmut und ihr Informationsbedürfnis in Sachen kostenträchtige Dichtheitsprüfung hatte sie dorthin getrieben – so zahlreich, dass eine weitere Veranstaltung folgte. Über 540 Leute, eine neu gegründete Bürgerinitiative – was ist ein Jahr später daraus geworden?

„Uns gibt es nach wie vor“, sagt Hermann Knipping, Vorsitzender der Initiative. Und man sei weiterhin wachsam: „Wir warten auf die Dinge, die hoffentlich nicht kommen“, sagt er. Und: „Wir sind sehr gut gerüstet.“ Das hängt damit zusammen, dass die Blumenkamper Initiative eine von 81 in Nordrhein-Westfalen ist, die sich gegenseitig stützen – auch durch die Weitergabe fachlich kompetenter Informationen. „Wir bekommen pro Woche bestimmt drei Mails aus irgendwelchen betroffenen Kommunen“, sagt Knipping. Noch im November gab es ein Treffen der Initiativen in Dülmen.

Das Jahr über herrschte in der Sache ansonsten Ruhe in Blumenkamp. Es ist klar geworden, dass kein akuter Handlungsbedarf besteht. „Dran“ sind diejenigen, die in Wasserschutzgebieten wohnen oder werken. Für sie läuft die Frist Ende 2015 ab – sofern ihre Abwasserleitungen vor 1965 (häusliches Abwasser) bzw. 1990 (gewerbliches Abwasser) errichtet wurden. Ab 2016 müssen sie nachweisen können, dass ihre Abwassereinleitung den Vorschriften entspricht. In Blumenkamp gebe es die nicht, sagt Hermann Knipping. Dort seien die Rohrleitungen erst ab 1969 verlegt worden.

„Nur eine Handvoll“ Betroffener gebe es in Wesel, sagt Paul-Georg Fritz, Dezernent der Stadtverwaltung. Die Stadt werde die jeweils Betroffenen rechtzeitig anschreiben. Ende 2020 läuft die Frist für Gewerbebetriebe mit jüngeren Anschlussdaten aus.

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