In Büderich ging’s zu wie im Wilden Westen

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Wesel..  Ob im Wilden Westen Karneval gefeiert wurde, ist nicht überliefert. Dass Cowboys und Indianer aber durchaus Sinn für Närrisches haben, zeigte sich bei der Büttensitzung in Büderich, denn die stand unter dem Motto: „Die KKG im Wilden Westen“.

Nachdem das Tambourcorps traditionell die Stimmung vorgab, eroberten die Tanzwiesel unter Leitung von Silke Michelbrink den Saloon an der Pastor-Bergmann-Straße. Für den Auftakt ihres Showtanzes hatten sich die als farbenfrohe Harlekins verkleideten Tänzerinnen etwas Besonderes einfallen lassen. Während Madeline Bierwald vorne den Narren im Saal aus luftiger Höhe zuwinkte, tanzten ihre Kolleginnen hinten auf den Tischen. Atemberaubende Akrobatik und eine erstklassige Choreografie bescherten den Tanzwieseln nicht nur lautstarke Zugabe-Forderungen, sondern auch die erste Rakete. Da nutzte es wenig, dass Andreas Bongerts ständig den grünen Karton hochhielt. „Wenn ich den Roten hochhalte, sind die nächsten Akteure noch nicht so weit, dann müssen die da vorne noch ein bisschen quatschen“, erläuterte der Programmleiter.

Und wie schreibt sich die Prinzessin?

Das Zeichen zum Auftritt galt in diesem Fall Prinz Patrick I. und seiner Prinzessin Kristin, die mitsamt der Prinzengarde und Bürgermeisterin Ulrike Westkamp bereit zum Einmarsch waren. Was dann passierte, darf im Büdericher Karneval durchaus als Novum bezeichnet werden: Mit Prinz Patrick I. wurde ausgerechnet ein Gindericher lautstark umjubelt. Und der bedankte sich mit einem „Kiwitt Helau“. Das ging Sitzungspräsident Jochen Kirchhoff dann doch zu weit und er erinnerte genüsslich an einen Lapsus bei der vergangenen Büttensitzung im Nachbardorf: „Die Gindericher haben den Namen ihrer Prinzessin falsch geschrieben und das Ganze dann auch noch als Ratespiel verkauft. Ob Kirsten oder Christin, ich nenne dich einfach Kiki.“ Zum Megahit „Let’s go baby“ riss die Stadtgarde zum Abschied noch mal alle von den Stühlen. Als gute Gäste hatte das Prinzenpaar die Tanzgarde der KGV Ginderich und der Kolpingfamilie mitgebracht, die einen flotten Gardetanz hinlegten. Trainiert wird die Gruppe übrigens von Prinzessin Kristin.

Weshalb man im jecken Polderdorf keine Nachwuchssorgen hat, machte die Aufführung der „BSV Kids“ unter Leitung von Susanne Gockeln und Ricarda Hetjens deutlich. Auch in der Bütt ging es zur Sache. „Tusnelda“ Barbara Tigler widmete sich in der „Backsteinturnhalle van Gelder“ genussvoll dem Nachbarort: „In Ginderich ist sich selbst der Schnee zu fies zum Liegenbleiben und bei der Büttensitzung sortieren sie das Konfetti nach Farben und bringen es zurück.“

Nach einer pfiffigen Playback-Show von Klaus George, Hans Remy, Petra und Heinrich Funke sowie Büttenreden von Thomas Halswick und Sitzungspräsident Jochen Kirchhoff folgte der Höhepunkt zum Abschluss: Der Auftritt des Männerballetts der KKG unter Leitung von Präsidentin Gabi Gockeln.