„Ihr wart ein toller Jahrgang“

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Schermbeck..  Alle waren gekommen. Eltern, Geschwister, Verwandte, Freunde und, wie bei der Gesamtschule Schermbeck üblich, viele Ehemalige, die es sich nicht nehmen ließen, mit den Abiturienten 2015 anzustoßen. Und so war es am Freitag schon vor dem offiziellen Start in der Niederrheinhalle ziemlich voll, mussten sich Justin Schröder und Robert Schulze auf der Bühne erst einmal Gehör verschaffen. „Sollen wir anfangen?“ „Aber wir haben doch gar kein Konzept ...“

Stimmt natürlich nicht! Die Abiturienten hatten ein ganzes Programm zusammengestellt, durch das die beiden souverän führten. 600 Gäste saßen da, und ein Motto gab es auch: „Abi-Vegas - um jeden Punkt gepokert“ - Anlass, die Tische mit Jetons und Spielkarten zu schmücken. Dass Gesamtschuldirektor Norbert Hohmann daran als Deutschlehrer einiges zu bemängeln hatte, machte er in seiner Rede deutlich. Er wurde als erster auf die Bühne geholt („Norbert, willst Du hochkommen?“). Launig nahm Hohmann das Motto 2015 auf die Schippe, „eine Expression metaphorischen Denkens.“

71 erfolgreiche Abiturienten sorgten für einen Durchschnitt von 2,54, freute sich Hohmann „das ist ebenso gut wie im vorigen Jahr. Ich bin absolut begeistert.“ Gleich zweimal wurde die Note 1,0 erzielt. Die Schwestern Viktoria und Magdalena Jackwerth schafften beide das Spitzenergebnis, gefolgt von Mareike Weßel (1,3), Lauritz Holtmann und Marie Tüshaus (beide 1,4).

In Doppelfunktion war Mike Rexforth vor Ort. Als Bürgermeister - und als stolzer Vater der Abiturientin Nele. Rexforth hatte gerechnet: 375 Tage hätten die Abiturienten in der Schule verbracht, sagte er, „das ist nicht viel“. Er wünschte ihnen „dass Sie kritisch und engagiert sind. Wir brauchen kluge Köpfe mit neuen Ideen“.

Applaus gab es nicht nur für die Redner. Sondern für jeden Abiturienten, der sein Zeugnis entgegen nahm. Besonders laut war der Beifall für Vertrauenslehrerin und „Stufen-Mutti“ (Justin/Robert) Ulrike Pöll, die wie Vize-Schulpflegschaftsvorsitzende Christiane Raupach ebenfalls eine Rede vorbereitet hatte. „Viele Individualisten“ habe die Stufe gehabt, die erst zusammenwachsen mussten: „Sie waren kein bequemer Jahrgang!“ Und von wegen Abi-Vegas: „Das Leben ist kein Spiel, darüber seien Sie sich im Klaren. Seien Sie innovativ und risikofreudig und lassen Sie sich von Rückschlägen nicht abschrecken.“ Am Ende verfiel sie wieder ins Du: „Ihr wart ein toller Jahrgang!“