Ihr Abitur liegt 50 Jahre zurück

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Wesel..  Ein halbes Jahrhundert ist es her, dass die Abschlussklasse des Jahres 1965 das Jungengymnasium mit dem Abitur verließ. Beim Klassentreffen aus diesem Anlass im Haus Blumenkamp schwelgten die Schüler von einst in Erinnerungen. Zehn von einst 16 waren dabei. „Einige sind verstorben, einer ist leider verhindert“, sagte Wilhelm Wittern, seinerzeit Klassensprecher. Nur vier hielt es in Wesel. Hartmut Bieber und Wolfhart Schlierf reisten aus Münster, Klaus Fehrholz und Joachim Schleicher aus Wuppertal, Dietrich Brendemühl aus Langscheid, Wilhelm Wittern aus Königswinter an.

Noch präsent waren die Erinnerungen an die Feten im Partykeller bei Wilhelm Wittern. „Nach unseren Abitur-Klausuren haben wir die Nacht durchgefeiert und sind am nächsten Morgen per Anhalter von Hamminkeln nach Wesel zur Schule gefahren“, erzählte er. „Unterwegs haben wir an Häusern geklingelt, um uns Kopfschmerztabletten zu organisieren“, fügte er lachend hinzu.

Gerne erinnerten sich die Männer auch daran, wie sie ihren Sprachlehrer ausgetrickst haben. „Dieser Lehrer hat immer ein Drittel der Klassenarbeiten mit einer mangelhaften Note bewertet. Damit nie jemand die Fünf auf dem Zeugnis stehen hatte, haben wir uns mit den schlechten Noten immer abgewechselt“, erklärte Wilhelm Wittern. Als „Verbündeten“ bezeichnete Wilhelm Wittern den inzwischen verstorbenen Klassenlehrer Paul Müller. „Durch ihn haben wir in der Schule viele menschliche Erfahrungen gemacht, die über die reine Vermittlung von Wissen hinausgehen“, so Wittern. Die Witwe stellte der Klasse ein Fotoalbum zur Verfügung, dass diese dem Lehrer nach dem Abitur geschenkt hat. Es zeigt unter anderem die jungen Männer, wie sie nach der Zeugnisvergabe mit Anzug und Zylinder posieren.

„Fast keiner von uns übt den Beruf aus, von dem er zu diesem Zeitpunkt geträumt hat“, stellten die Männer fest. Immer mal wieder haben sie sich getroffen.