Hörspielautor auf Stimmenfang

Fritz Schaefer ist Autor der Hörspiel-Reihe Pommes-Soko.
Fritz Schaefer ist Autor der Hörspiel-Reihe Pommes-Soko.
Foto: Waz/Fotopool
Was wir bereits wissen
Fritz Schaefer bittet alle Fans der „Pommes-Soko“ um Hilfe. Schließlich geht es um eine Förderung der Universität Witten/Herdecke und somit um die Zukunft des 18-jährigen Schermbeckers.

Schermbeck..  Als Fritz Schaefer von seiner Chance erfuhr, lag er in Barcelona am Strand. Wie ungünstig, dachte er. Natürlich freut er sich über die Gelegenheit, via Abstimmungsmehrheit an ein Uni-Stipendium kommen zu können.

Aber selten war es schwieriger, in eigener Sache die Werbetrommel zu rühren - allein der Handy-Empfang war denkbar schlecht. Doch Fritz Schaefer wäre nicht Erfinder der erfolgreichen „Pommes-Soko“, wenn er es nicht trotzdem versuchen würde. Bis Ende nächster Woche bittet er Fans, Freunde, Bekannte, Verwandte und alle anderen auch, im Internet für ihn abzustimmen. Klingt schräg, hat aber einen ernsten Hintergrund. Schließlich geht es um eine Förderung der Universität Witten/Herdecke und somit um die Zukunft des 18-jährigen Schermbeckers.

Die Birlies und die Boy-Group

In Schermbeck, Dorsten und drumherum ist Fritz Schaefer ein bekannter junger Mann. Kürzlich ist Folge sechs seiner Hörspielreihe „Pommes-Soko“ erschienen, also der neueste Fall für seine jungen Dorstener Ermittlerinnen und Ermittler „Schmutzige Hände und ein Arztbesuch“ heißt die CD und erzählt von einem Anschlag auf eine Horde Dachse.

Bei ihren Ermittlungen lernt die weibliche Detektivgruppe alias „Die Birlies“ zum einen Dachsfrau Imke kennen, die die Grimbarte im Freizeitpark betreut, zum anderen stalkt sie eine Boy-Group namens „Toyboyz“. Indes kommen die Jungs der Pommes-Soko bei einem Arztbesuch zufällig einem Betrug auf die Schliche...

Wie üblich ist das Hörspiel mit dem Schermbecker Action-Model Miriam Höller und dem Schauspieler Norbert Heisterkamp bekannt besetzt. Die Hauptrollen sprechen wieder zehn Jugendliche aus Dorsten und Schermbeck.

Doch diesmal lief alles etwas anders. Als die Folge eingespielt wurde, steckte Autor und Regisseur Schaefer mitten in den Abitur-Prüfungen. Inzwischen winkt er ab. Er hat alles gut überstanden, das Hörspiel liegt verkaufsfertig vor, sein Reifezeugnis hat er in der Tasche. Zeit über die kommenden Jahre nachzudenken...

Chance auf ein Stipendium

Fritz Schaefer ist zufrieden mit dem, was er macht: Seit 2012 produziert er seine „Pommes-Soko“.

„Theoretisch könnte das so weiter gehen“, sagt er. Praktisch aber ist das Autorenleben weder lukrativ noch wirklich zukunftsträchtig. Die Hörspielreihe entsteht ehrenamtlich unter dem Dach der Stadt Dorsten und des Jugendzentrums „Treffpunkt Altstadt“ - Erlöse fließen zurück in die Jugendarbeit.

Das „Pfadfinder“-Stipendium der Uni Witten-Herdecke, um das sich der Sohn des Schermbecker Ramirez-Wirtes beworben hat, würde alles leichter machen. Es unterstützt junge Leute für ein Jahr und gibt ihnen damit die Möglichkeit, in verschiedene Studiengänge hineinzuschnuppern und ihren Weg zu finden. Voraussetzung ist ein eigenes Projekt, das in dieser Zeit weiterlaufen kann.

Konkurrenz aus Hamburg

Fritz Schaefer fiel aus allen Wolken, als er erfuhr, dass er tatsächlich unter den Finalisten ist. Jetzt zählt nur noch die Mehrheit der abgegebenen Stimmen. Für ihn wäre es eine Super-Chance. Er könnte seine Hörspiele fortsetzen und sich parallel um seine Ausbildung kümmern.

Am Telefon klingt er ein wenig nervös. Aktuell liegt sein engster Konkurrent, ein Hamburger mit einem Lateinamerika-Hilfsprojekt, ein paar Prozentpunkte vor ihm.

Trotzdem wirft Schaefer die Flinte nicht ins Korn. Und natürlich gibt’s einen Plan B: Sollte es nicht klappen mit dem Stipendium, studiert er in Bochum oder Köln „Film und audiovisuelle Medien“, parallel könnte er seine Kontakte zu Radio und Zeitung ausbauen. Und mit den Hörspielen weitermachen. Theoretisch. Rein praktisch hat auch Fritz Schaefers Tag nur 24 Stunden.