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Hier leben Radfahrer gefährlich

08.01.2008 | 19:31 Uhr

VERKEHR. Die Nordstraße hat gleich zwei neuralgische Punkte. Laut Plan ist auch an der Lübecker Straße ein Kreisverkehr geplant.

WESEL. Wer regelmäßig mit dem Fahrrad auf der Nordstraße unterwegs ist, muss noch aufmerksamer sein als anderswo. Schließlich gibt es auf der Strecke von Lackhausen Richtung Innenstadt gleich zwei Gefahrenpunkte. Erst kürzlich machte eine NRZ-Leserin darauf aufmerksam, dass sie innerhalb von zwei Wochen zum zweiten Mal kurz vor einem Beinahezusammenstoß mit einem Auto gestanden habe, als sie die Lübecker Straße ordnungsgemäß auf dem Fahrradweg passieren wollte.

Ein Stückchen weiter, am Kreisverkehr mit der Grünstraße, sei die Situation gar "lebensgefährlich", wie Kreisdezernent Wolfgang Berg aus eigener Anschauung berichtet. Dort hat die Polizei einen Unfallhäufungspunkt festgestellt. 2006 wurden an dieser Stelle neun Unfälle registriert - davon einer mit einem Schwer- und einer mit einem Leichtverletzten. 2007 waren es zwölf Unfälle mit fünf Leichtverletzten. Weniger gekracht hat es an der Ecke Nordstraße/Lübecker Straße. Die Statistik weist für 2006 vier und für 2007 drei Verkehrsunfälle mit jeweils einem Leichtverletzten aus.

Was kann zur Verbesserung der Situation getan werden? Franz Michelbrink vom städtischen Betrieb ASG plädiert für den im Bebauungsplan vorgesehenen Kreisverkehr. Das Problem: Straßenbaulastträger sei der Kreis Wesel, und der wolle die Baumaßnahme nicht finanzieren. Die Stadt könne sie nicht stemmen. Dennoch sei besagte Einmündung beim ASG ein Dauerthema. Und wie wär's mit einer roten Markierung für den Radweg, wie anderenorts auch üblich? Darüber müsse man nachdenken, sagt Michelbrink.

Unterdessen hält Dezernent Berg von der Kreisverwaltung einen Kreisverkehr für keine gute Lösung, und zwar mit Blick auf die ein paar hundert Meter weiter seit langem existierende ähnliche Lösung. Um die Kreuzung Nord-/Grünstraße zu entschärfen, habe man nicht nur die Verkehrsinsel in der Mitte erhöht und bepflanzt, sondern auch um den Innenbereich eine weiße Linie gezogen. Sie habe seiner Ansicht nach endlich den Effekt, dass die Autofahrer hier langsamer unterwegs seien. Der Kreis sieht jedenfalls keine Veranlassung für einen weiteren Kreisverkehr. Falls die Stadt anderer Ansicht sei, müsse sie auf die Verwaltung zukommen, so Berg. Dann gebe es eine Kreuzungsvereinbarung, da hier Kreis- und Stadtstraße zusammentreffen. Die Folge wäre eine Aufteilung der entstehenden Kosten.Ein Kreisverkehr gilt als Garant für Sicherheit. Zunehmend wird diese Lösung an Kreuzungen gewählt, an denen viele Unfälle passieren. Aufgrund der geringeren Geschwindigkeit der Fahrzeuge laufen Zusammenstöße in der Regel glimpflich ab. Dennoch ist der Kreisverkehr in der Feldmark Unfallhäufungspunkt. Bleibt abzuwarten, was die Veränderungen rund um die Mittelinsel in diesem Jahr bewirken.

PETRA HERZOG

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Kommentare
09.01.2008
17:28
Hier leben Radfahrer gefährlich
von nrz.wesel | #2

Ein Kreisverkehr wird die Situation nicht entschärfen. Eher könnte ein Rückstau bis zur Ampelanlage Emmericher Straße entstehen, insbesondere wenn der gegenüberliegende Heimwerkermarkt seine 20%-Rabattaktion startet.
Die Autofahrer bzw. Anlieger, die aus der Lübecker Straße kommend rechts auf die Nordstraße wollen, würden auch dann noch so weit in den Kreisel fahren und weiterhin Radfahrer nicht rechtzeitig bemerken, weil sie nicht mit angepasster Geschwindigkeit heranfahren - ähnlich wie an der Grünstraße.
Weiße Haltelinien, weißes Radwegesymbol oder gar ein Stop-Schild wären sinnvoll und kostengünstiger. Ob das frühmorgens bei Dunkelheit oder Regenwetter ausreicht, bezweifel ich jedoch. Ich fahre jeden Morgen gegen 7.00 Uhr von Lackhausen Richtung Stadt und meine Selbsthilfe zur Sicherheit besteht aus heller Jacke, Licht am Rad, reflektierender Bereifung und größter Vorsicht an der Stelle. Dennoch kommt es immer wieder zu prekären Situationen.
Abhilfe ist dringend notwendig! Man kann das Thema natürlich auch aussitzen!

julius

09.01.2008
15:13
Hier leben Radfahrer gefährlich
von signtaurus | #1

Ein Kreisel bei Praktiker wäre wirklich wichtig. Zumindest eine vernünftige Ausleuchtung der Kreuzung und der Radwege würde helfen, den gerade bei Dunkelheit ist der gesamte Bereich sehr unübersichtlich. Da würde dann auch eine Rotmarkierung nichts helfen. Zum Kreisel an der Grünstraße glaube ich, das es vor dem Umbau zum Kreisel weitaus mehr und auch schwerere Unfälle gegeben hat. Zudem sagt die Statistik auch nichts darüber aus ob die Unfälle durch falsches (Entgegen der Fahrtrichtung) befahren durch die Radfahrer zustande gekommen sind.
signtaurus

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