Herzlicher Empfang für Drummer-Lempert

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Wesel..  Humorvoll stellte sich Christian Drummer-Lempert seinen neuen Kollegen vor. „Manche behaupten, die Lippe sei der Rubikon, den man nicht überschreitet. Trotzdem habe ich es gewagt, von Dinslaken nach Wesel zu wechseln“, erklärte der 49-Jährige, der seit Anfang des Monats neuer Schulleiter des Weseler Berufskollegs ist. Zuletzt hatte die größte Schule im Kreis Wesel mit Hermann Lemmen lange einen kommissarischen Leiter, da sich das Verfahren zur Klärung der Nachfolge von Günter Kohls hinzog. Dazu bemerkte Drummer-Lempert in seiner Antrittsrede: „Es wurde schon behauptet, dass ich Schulleiter in Wesel würde, bevor ich mich überhaupt auf diese Stelle beworben und darüber mit meiner Frau gesprochen hatte.“ Herzlich begrüßt wurde der neue Leiter vom Lehrerrat, dessen Vorsitzender Ingo Swoboda seinem neuen Chef ein Antrittsgeschenk überreichte und betonte, man freue sich auf eine „neue, andere und frische Zusammenarbeit“.

Christian Drummer-Lempert erklärte, dass er noch nicht sagen könne, was er anders machen wolle: „Bis zu den Sommerferien möchte ich erst einmal die Schule kennenlernen.“ In diesem Zusammenhang verriet der neue Leiter seinen Kollegium gleich eine Schwäche: „Ich bin furchbar schlecht im Namen-Lernen. Wenn ich jemanden mit falschem Namen anrede oder nachfrage, wie er heißt, denken Sie bitte nicht, dass ich Sie nicht leiden kann. Andererseits glauben Sie aber bitte auch nicht, wenn ich am Freitag schon Ihren Namen kenne, dass Sie dann befördert werden...“

Problem Duales System

Bernd Lastering, als Schuldezernent der Bezirksregierung für alle Berufskollegs im Kreis Wesel zuständig, bezeichnete Drummer-Lempert als „Allzweckwaffe“, der über sehr große Erfahrung verfüge – unter anderem, weil er vier Fächer (Deutsch, Geschichte, Sozialwissenschaften und Latein) studiert habe. Lastering ergänzte: „In den nächsten Jahren werden einige Herausforderungen auf uns zukommen. Diese gelingen nur, wenn Schulen sachbezogen zusammenarbeiten.“ Auch Drummer-Lempert betont, dass er keine direkte Konkurrenz unter den Berufskollegs sehe. Als Problem bezeichnete er allerdings die Entwicklung beim Dualen System, „weil immer weniger Betriebe bereit sind auszubilden.“

Der neue Schulleiter stammt aus Gütersloh, erlebte in seiner Ausbildung Realschule sowie Gymnasium und begann dann am Berufskolleg in Olsberg im Hochsauerlandkreis. Er lebt seit 2001 mit seiner Frau, Tochter (18 Jahre) und zwei Söhnen (15 und elf Jahre) in Hünxe. Der „besondere Charme“ des Berufskollegs sei, dass die Schulform eine „klare berufliche Orientierung“ beinhalte. Schwerpunkte in Wesel sind die Bereiche Wirtschaft und Verwaltung, Technik und Gesundheit, Agrarwirtschaft und das berufliche Gymnasium.