Handwerk – natürlich ländlich

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Hamminkeln..  Hauptsache natürlich. So könnte man die Landhof-Stimmung auf der Alpaka-Wiese am Schloss in Ringenberg wohl am besten beschreiben. Sei es beim Handwerkermarkt, bei den Köstlichkeiten, der Boutique oder bei dem Unterhaltungsprogramm. 100 Prozent Natur und 100 Prozent Landhof-Stimmung.

Ein Stand ragt besonders hervor. Karl-Heinz Wiehen hat extra kein Zelt oder Pavillon aufgebaut. Sein Stand wird an diesem Sonntag nur vom Blätterkleid eines Kirschbaums geschützt. Er möchte zeigen, dass er keine Angst vor dem Regen hat, denn seine Kunst ist wetterfest. Es sind bunte Vogelhäuser, Nistplätze und Balkonkästen. Alles individuell in seiner Werkstatt in Flüren hergestellt. Und alles mit wetterfester Fassadenfarbe bemalt. Seine Arbeiten bieten das gewisse Etwas. „Sie sind für alle, die ein paar farbige Akzente in ihrem Garten oder auf dem Balkon setzen möchten“, erzählt er und deutet dabei auf eine farbenfrohe Kirche, die sogar mit Beleuchtung daherkommt, auf die „Zwitscher Stube“ oder die Futterstelle in Form eines Camping-Anhängers mit der Aufschrift „Essen auf Rädern“. „Als Anreiz für die vielen Camper auf der Grav-Insel“, scherzt er. Denn so einen Wagen, kann man überall aufbauen. Auch klassische Modelle hat Wiehen im Angebot. Kleine Vogelhäuser mit abgeschrägtem Flachdach ebenso wie größere, imposantere Bauwerke bis hin zur „Pension Meise“ für den anspruchsvollen Vogel. „Wer möchte, kann sich ein ganzes Dorf zusammenstellen“, betont er.

Doch nicht nur Wiehen präsentiert seine handgemachten Schmuckstücke. Rund um die Wiese präsentieren verschiedenste Künstler und Handwerker ihren Schmuck, ihre selbstgebastelten Holzwerke wie Kreisel und Holzfiguren, aber auch kleine im Blaudruck hergestellte Deckchen oder Keramik. Es sind alles Unikate.

Gleichzeitig hört man im Hintergrund klassische Musik, Erdbeerbowle und Kuchen werden gereicht. Es ist eine ruhige, entspannte Atmosphäre. Am Ende der Wiese grasen in aller Ruhe die Alpakas. Scheinbar ungestört und mit ihrer abgeklärten, ruhigen Ausstrahlung. Es stört sie nicht, dass gleich davor ihre Wolle verarbeitet wird. Gut, vielleicht nicht direkt ihre, aber doch zumindest die ihrer Artgenossen. Angelika Beßling sitzt dort in ihrem Pavillon an der Spule und verspinnt die noch schmutzige Natur-Alpakawolle. „So lässt sie sich leichter verarbeiten als bereits gewaschene“, verrät sie. Gewaschen wird die Wolle, wenn sie bereits fix und fertig verarbeitet ist. Ob zu Pantoffeln, Hüten oder Taschen, am liebesten lässt sie die Wolle in ihren Naturfarben erstrahlen. Ihre bunten Werke hat sie aus gekaufter, schon fertig gefärbter Wolle gemacht. „Es ist nur ein Hobby“, betont die Rhederin. Das Waschen ist übrigens kein Problem. „Das geht mit der Maschine im Wollprogramm ganz unproblematisch“, verrät sie.