Hamminkeln hospitalis

Schülern der Hamminkelner Gesamtschule präsentierten ihre Ausstellung.
Schülern der Hamminkelner Gesamtschule präsentierten ihre Ausstellung.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Ausstellung eröffnet: Das Schicksal der Flüchtlinge aus der Sicht von Schülern

Hamminkeln..  Ein kleiner Raum, der kaum Platz für vier Betten bietet. Ein winziger Fernseher, ein Schrank. Das war’s.

Was für eine vierköpfige Familie in der Flüchtlingsunterkunft Belenhorst Alltag ist – ein willkommener Alltag im Vergleich zu dem Leben, das sie in ihrer Heimat hätte –, habe vier Jungen und Mädchen der Hamminkelner Gesamtschule doch sehr geschockt, berichtet ihre Schulleiterin Anette Schmücker.

Gemeinsam mit Lehrern waren sie der Einladung einer Flüchtlingsfamilie gefolgt, die sich von den Hamminkelnern befragen ließ. Nach ihrer Heimat, den Motiven für ihre Flucht und ihrer ganz persönlichen Geschichte.

Eine Begegnung, die die Schüler beeindruckt haben muss, so wie auch die vielen anderen Dinge, die sie während der vergangenen Monate über das Schicksal von Flüchtlingen lernten.

Denn die Ausstellung, die die Jungen und Mädchen daraus konzipierten, ist nicht nur informativ, sondern auch berührend und bewegend geworden.

„Länder – Wege – Schicksale“ heißt die Ausstellung, die ein Gemeinschaftsprojekt der Gesamtschule, des Rotaryclubs Lippe-Issel, der Stadt und der Flüchtlingshilfe ist (die NRZ berichtete) und Freitag im Ringenberger Schloss eröffnet wurde.

Sie zeigt auch kindlich nahe und rührende Art und Weise, was Menschen dazu bewegt, ihr Zuhause zu verlassen und sich auf eine gefährliche Reise in eine ungewisse Zukunft zu begeben.

So haben die Kinder – hauptsächlich waren Schüler der Klassen 6b, 6d und 7e beteiligt – etwa Schautafeln mit Informationen über die Herkunftsländer der Flüchtlinge erarbeitet, ebenso wie Berichte einzelner Menschen oder Familien über ihre Geschichte oder Malereien, die den Schrecken und das Grauen widerspiegeln, das diese Menschen erlebt haben.

Aber auch Positives haben die Schüler in ihren Bildern festgehalten: Hoffnungen und Wünsche wie Frieden und Liebe.

Es sei wichtig, nicht nur die Zahlen zu sehen, sondern zu realisieren, dass hinter jeder Zahl ein Einzelschicksal stehe, sagte Bürgermeister Bernd Romanski bei der Eröffnung. Hamminkeln sei eine gastfreundliche Stadt, fügte Günter Crefeld von der Flüchtlingshilfe hinzu. „Hamminkeln hospitalis eben.“