Hamminkeln baut neue Flüchtlingsunterkünfte

So sieht das favorisierte holländische Modell aus, von dem eines in Dingden Platz hätte, an den anderen Standorten eventuell auch zwei.Foto:PR
So sieht das favorisierte holländische Modell aus, von dem eines in Dingden Platz hätte, an den anderen Standorten eventuell auch zwei.Foto:PR
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Was wir bereits wissen
Die Stadt Hamminkeln plant Millionen-Ausgaben für neue Unterkünfte, die kleiner ausfallen als die bisherigen.

Hamminkeln..  Fast täglich gebe es neue Soll-Zahlen, sagt Hamminkelns Bürgermeister Holger Schlierf. 196 Asylsuchende leben derzeit in der Stadt - 17 unter dem Soll. Mit bis zu 200 weiteren rechnet sie und über das Jahr hinaus mit wohl noch mehr. Bestehende Unterkünfte reichen nicht mehr aus, und die Zustände dort sind alles andere als gut. Die Stadt muss handeln, und sie tut dies. Sie will in Hamminkeln, Mehrhoog und Dingden neue Häuser bauen und dafür gut zwei bis drei Millionen Euro in die Hand nehmen.

Zweimal hat eine eigens gebildete Arbeitsgruppe getagt und sondiert. Sie hat unter zunächst 38 möglichen Standorten 18 geeignete ausgewählt, von denen zunächst vier genutzt werden sollen: in Hamminkeln an der Rathausstraße und der Diersfordter Straße, in Mehrhoog an der Handwerkerstraße, in Dingden an der Ringstraße. Um Grundriss-Typen und Ausstattungsstandards ging es. Angebote gibt es angesichts der aktuellen Nachfrage viele. Unter zwei favorisierten Typen gefiel besonders ein zweigeschossiges holländisches Modell, das äußerlich ansprechend und im Innern sinnvoll aufgeteilt ist. Es bietet 34 Personen Platz. Aber es soll einen Mix verschiedener Typen geben, um flexibel auf Einzelnutzer und Familien reagieren zu können, die selten größer als vier Personen seien, wie Jürgen Palberg von der Stadt sagt.

Nach den Erfahrungen vor allem mit der Unterkunft Belenhorst wollen die Hamminkelner kleinere Wohneinheiten schaffen als bisher, mit kleineren Küchen und Sanitärraumen. 50 Plätze sollen die Obergrenze sein, die bei der praktischen Belegung erfahrungsgemäß kaum ganz ausschöpfbar seien. Die kleineren Einheiten sind für das Zusammenleben der Menschen aus verschiedenen Ländern besser, und träfen in der Bevölkerung auf eine größere Akzeptanz.

„Wir müssen uns auch über Betreuungspersonal unterhalten“, so Palberg, da stoße die Stadt an Grenzen. Die Caritas in Dingden habe dankenswerterweise sechs Stunden Sozialarbeit dafür eingesetzt.

Nun befasst sich die Politik mit den Vorschlägen, die nach dem Sommer, in Dingden wohl erst im nächsten Jahr umgesetzt werden könnten. Reicht das nicht, „werden wir im Bedarfsfall als ultima ratio auch Turnhallen belegen müssen“, so Palberg.

Am 23. März von 15 bis 19 Uhr können die Pläne im Rathaus eingesehen werden.


Bezahlen will Kämmerer Robert Graaf die Unterkünfte aus Kassenkrediten, nicht per Nachtragshaushalt.


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