„Grüner Kindergarten“ in Dingden nimmt Formen an

Sabine Terhorst, Sabina Esser und Lisa Riemenschneider (von links) packen kräftig mit an.
Sabine Terhorst, Sabina Esser und Lisa Riemenschneider (von links) packen kräftig mit an.
Foto: FUNKE Foto Services / Gerd Herma
Was wir bereits wissen
Rund 40 Eltern schafften mit eigener Kraft die Grundlage, damit der Kindergarten am Bach ein Gartenparadies mit pädagogischem Nutzwert bekommt.

Hamminkeln..  Naturnah sollen die Kinder des Kindergartens am Bach in Dingden aufwachsen, so wünschen es sich Eltern und Kindergartenleitung. Und um diesen Wunsch zu verwirklichen, sind sie gerne bereit selbst mit anzupacken, denn das bisher karge Außengelände, das zum größten Teil aus Rasenflächen bestand, in ein naturnahes Spielparadies zu verwandeln, ist nicht nur teuer sondern auch arbeitsintensiv. Rund 40 Eltern trafen sich deshalb am vergangenen Samstagmorgen, um gemeinsam die ersten Spatenstiche in eine grünere Zukunft zu tun.

Vor dem Gebäude entsteht nun ein neuer Bereich, eigens für die U3-Kinder. Ein rundes Loch, umrahmt mit Sandsteinen und gefüllt mit Sand als neuer Sandkasten ist am frühen Vormittag bereits fertig gestellt. Direkt daneben heben fleißige Eltern einen achtförmigen Graben aus, aus dem einmal eine Fahrroute für Dreiräder und Bobbycars werden soll. Andere bohren tiefe Löcher drumherum, in die Robinienstämme gesetzt werden, um daran Sonnensegel zu befestigen

Auch eine Ausbuchtung für die geplante Hängematte ist bereits fertig und das bestehende Gartenhäuschen wird geschliffen, lasiert und später als Unterstellmöglichkeit für Gartengeräte in das Konzept integriert.

Pflegeleicht angelegt

Das Gelände auf der Rückseite des Kindergartengebäudes, der zukünftige Bereich für die älteren Kinder, nimmt nach wenigen Stunden Arbeit ebenfalls schon erkennbare Formen an: Ein großer Hügel mit Rutsche thront schon in der vorderen Mitte. Über querliegende, eingearbeitete Holzstämme können die Kinder ihn später erklimmen. Auch auf dieser Seite wird eine Sandkastengrube ausgehoben und mit Sandsteinen umrahmt, weitere Löcher im Boden lassen erahnen, wo sich später Trampolin, Schaukeln und ein Atrium als Versammlungsort befinden werden und auch ein Wasserlauf ist angedacht. Etwas weiter, einmal um die Ecke des Hauses, sind schon die Vorarbeiten für den geplanten Gemüsegarten passiert.

Das Konzept für den neuen Außenbereich stammt von Landschaftsarchitektin Jenny Humrich, die den Plan gemeinsam mit dem Kindergartenpersonal entwickelt hat. „Es ist pflegeleicht angelegt mit vielen naturnahen Gehölzen“, erklärt sie. „Das Ziel ist, dass die Kinder das Gelände nicht nur mitbenutzen, sondern auch mit pflegen und so die Pflanzen und Tiere kennen lernen.“

Von den Pflanzen ist bisher noch nicht viel zu sehen, aber sie werden bald kommen, denn in nur drei Bau-Samstagen soll der erste Bauabschnitt beendet sein. Geplant ist beispielsweise ein Schmetterlingsflieder, der seinem Namen Ehre machen und viele Falter anziehen soll, sowie halbstämmige Obstgehölze, die in Spalierform gepflanzt werden. „Das greift dann in das Thema Ernährung“, erläutert Humrich weiter.

Kosten durch Stadt und Sponsoren

Das Geld für die Umsetzung kommt zum Teil von der Stadt Hamminkeln, doch Bürgermeister Holger Schlierf gibt zu: „Ohne Sponsoren wäre ein solches Projekt nicht möglich.“ Ein Sponsor des Projektes ist Mitsubishi Electric aus Ratingen. Der Kontakt zum Kiga am Bach kam über Melanie Tacke vom Förderverein, die dort arbeitet. In der Mitarbeiterzeitung hatte sie gelesen, dass die Firma Projekte für Kinder, Schulen oder Sportvereine fördert und sich kurzerhand mit dem Projekt beworben. Ein Scheck über 6000 Euro wurde am ersten Bautag übergeben. „Die Summe, die sie uns gespendet haben, hat uns erst den Mut gegeben, das Projekt zu starten“, freute sich Kindergartenleiterin Liesel Niemann.

Die Neugestaltung des Außengeländes ist deshalb wichtig, weil der Kindergarten seit einigen Jahren dem sogenannten „offenen Ansatz“ folgt. Dabei gliedert sich das Haus in Handlungsräume, wie Bewegungsraum, Spiele- und Rollenspielraum, Holzwerkstatt, Bücherei oder Kreativraum. In zwei Jahren soll der Außenbereich komplett fertig und in dieses übergeordnete Konzept integriert worden sein.

Die Umgestaltung gliedert sich in zwei Bauabschnitte. Der erste soll laut Plan noch diesen Monat zu Ende gebracht werden, der zweite ist für Mai 2016 geplant. Durch den Einsatz der Eltern werden Kosten von rund 35000 Euro eingespart, es werden auch für den nächsten Abschnitt noch Sponsoren gesucht.