Grüne unterstützen Bürgerinitiative
12.02.2012 | 17:33 Uhr 2012-02-12T17:33:00+0100
Wesel.Die Weseler Grünen wollen die „Bürgerinitiative gegen die Südumgehung“ weiterhin unterstützen. Das verkündete der Ortsverband bei seiner Verbandsversammlung im Fusternberger „Café Dohlhof“ .
Mit 500 Euro soll die Initiative unterstützt werden. Zuvor hatte die neue OV-Sprecherin Eva Kohl die wesentlichen Argumente aus grüner Sicht gegen die Trasse zusammengefasst – von der Lippelandschaft, die durch die Trasse in Mitleidenschaft gezogen wird, über die Zerschneidung eines Wohngebietes bis zur Feinstaubbelastung durch die vierspurig geplante Strecke. „Fusternberg wird dann von der Betuwe und der Südumgehung beschallt“, sagte die Grünen-Sprecherin. „Die Anlieger am Fusternberg fühlen sich von der Südumgehung bedroht und von der Stadt betrogen.“
Einige wach geworden
Für die Initiative stellte Rainer Neu fest, „dass wir von unseren Naturschutzverbänden wenig zu erwarten haben.“ Die Lippeaue werde als Ausgleichsfläche gesehen. Man habe es nicht geschafft, den Eigentümer, durch dessen Grundstück der Tunnel für die Umgehung verlaufen soll, mit ins Boot zu holen. Neu sprach von einer „unverständlichen Reaktionslosigkeit“ der dortigen Anlieger. „Alle zusammen war unsere Vision.“ Aber durch die Offenlegung seien „einige wach geworden“. Er warb nachdrücklich für das Verfassen eigenständiger Einwendungen bis zum 22. Februar. „Jeder sollte jeden ansprechen.“
In Sachen Energiewende präsentierte Ulrich Gorris sein Grundlagenpapier zur öffentlichen Debatte am 23. Februar im Parkettsaal der Niederrheinhalle, bei der der Grünen-Bundestagsabgeordnete Oliver Krischer, Stadtwerke-Chef Franz Michelbrink, Reiner Hegmann (RWE) und ein Vertreter der Energieagentur NRW aus Wuppertal auf dem Podium sitzen. 100 Prozent regenerative Energie - auch für Wesel - seien keine grüne Utopie mehr. Um die Privathaushalte zu versorgen, brauche man ungefähr acht bis zehn Windkraftanlagen und Photovoltaik auf jedem fünften Häuserdach. Er sprach sich für ein umfassendes Energie- und Klimaschutzkonzept und einen Energiemanager für Wesel aus.
Skepsis gegenüber RWE
Gorris machte aus seiner konzernkritischen Haltung keinen Hehl: „RWE wird unsere Stratregie mittelfristig nicht mitfahren.“ In Sachen Strom-Konzessionsvertrag machte Kämmerer Paul-Georg Fritz deutlich, dass es das grüne Ziel sei, „so viel wie möglich herauszuholen.“ Die Verhandlungen dazu liefen noch, eine Entscheidung über den Vertrag werde voraussichtlich im März fallen.
In ihrem Bericht aus der Fraktion bezeichnete Marlies Hillefeld die jährliche Festschreibung in Sachen Schulentwicklungsplan und die Einführung einer Schülervertretung im Stadtparlament als grünen Erfolg. Sie unterstrich die Notwendigkeit eines Sportentwicklungsplanes. Die Mitarbeiter des Stadtmarketings müssten in Sachen Fremdsprachen fit gemacht werden. Den Sanierungsbedarf bei den Straßen erkenne man an, Anwohnerwünsche müssten aber in allen Stadtteilen Berücksichtigung finden.
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