Großbaustelle Krankenhaus

Evangelisches Krankenhaus Wesel Baustelle
Evangelisches Krankenhaus Wesel Baustelle
Was wir bereits wissen
Für mehr als sechs Millionen Euro wird an der Obrighovener Klinik gebaut. Der erste Bauabschnitt ist in vollem Gange

Wesel..  Es ist ein Kraftakt, der vor einigen Wochen im Evangelischen Krankenhaus an der Schermbecker Landstraße begonnen hat und das Team noch bis voraussichtlich Mitte 2017 beschäftigen wird: Wie die NRZ berichtete, steht am Obrighovener Krankenhaus das Großprojekt „Vereinheitlichung der Aufnahmeprozesse“ an. Der erste Bauabschnitt ist in vollem Gange.

Zunächst wird das Zentrallabor im Erdgeschoss saniert, bevor anschließend in einem zweiten Schritt eine moderne Notaufnahme errichtet wird. Die fachärztlichen Ambulanzen, die Eingangshalle sowie die Liegendanfahrt werden ebenfalls modernisiert. Die Kosten für das gesamte Projekt betragen mehr als sechs Millionen Euro.

Sowohl baulich als auch strukturell soll es für neu aufgenommene Patienten einfacher und übersichtlicher werden. Dazu gehört etwa eine Trennung zwischen Notfall-Patienten und welchen, die angemeldet in das Krankenhaus kommen. Vor allem für Notfall-Patienten sei es wichtig, dass der erste Gesprächspartner nach Möglichkeit kein Verwaltungsmitarbeiter an der Pforte, sondern medizinisches Fachpersonal sei. „Es ist entscheidend, schnell einzuschätzen, ob Wartezeiten hinnehmbar sind oder möglicherweise etwa ein Schlaganfall vorliegt und jede Minute zählt“, betont Verwaltungsleiter Markus Frieling.

Nach dem Umbau sei es durch eine andere Anordnung einzelner Sektoren und Geräte möglich, Schlaganfall- oder Unfallpatienten schneller angemessen zu behandeln, erklärt Dr. Winfried Neukäter, Chefarzt der Neurologie. Die Wege werden kürzer, etwa wird es dauerhaft ein CT-Gerät im Erdgeschoss geben statt bislang im Untergeschoss. Aber nicht nur im Notfall, auch für angemeldete Patienten soll künftig eine besser koordinierte Aufnahme ermöglicht werden, weitestgehend ohne ein großes Hin und Her zwischen verschiedenen Instanzen und Abteilungen in verschiedenen Bereichen des Krankenhauses .

Renovierungen und Umgestaltungen auf rund 4000 Quadratmetern bringt das Projekt mit sich, das komplett im laufenden Betrieb durchgeführt wird. Möglich sei das nur durch den zur Verfügung stehenden Raum der ehemaligen Operationssäle, erklärt Geschäftsführer Rainer Rabsahl.

Tumorzentrum

Neben den umfangreichen Bauarbeiten steht im Evangelischen Krankenhaus in diesem Jahr ein weiterer Meilenstein an: Im März soll das Tumorzentrum zertifiziert werden. Unter dessen Dach werden die bereits bestehen Krebszentren des Krankenhauses – das Darmzentrum, das kooperative Brustzentrum, das Gynäkologische Krebszentrum und das Onkologische Zentrum – zusammengefasst. Etwa gibt es wöchentlich gemeinsame interdisziplinäre Tumorkonferenzen, an denen auf Wunsch auch die betreffenden Patienten oder deren ambulant behandelnde niedergelassene Ärzte teilnehmen können. Auch die Zertifizierung sei ein Kraftakt, sagt Rainer Rabsahl und ist froh, dass alle Beteiligten sich so dafür engagieren. Jährlich wird das Zentrum anschließend rezertifiziert.