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Gospel mit Gänsehautfaktor

20.01.2015 | 17:48 Uhr
Gospel mit Gänsehautfaktor
The Glory Gospel SingersFoto: Tomy Badurina

Schermbeck. Mitklatschen, -singen und -tanzen, das Konzert gemeinsam feiern, das machten The Glory Gospel Singers am Montagabend in der St. Ludgeruskirche möglich.

Die Behauptung, das Gastspiel der Stimmen aus New York hätte mehr Besucher verdient gehabt, stimmte. Über das vergleichsweise geringe Interesse konnte Kirchenmusiker Josef Breuer, der die Gruppe über eine Agentur eingeladen hatte, nur spekulieren: Vielleicht liege es daran, dass es bei den Gospelkonzerten in der Kirche früher „eine gewisse Regelmäßigkeit“ gegeben habe. Dieser Auftritt sei ein Bestandteil zum 100-jährigen Jubiläum der Kirche.

Wer dabei war, hat einen beeindruckenden Abend erlebt. Die sechs Musiker, fünf Sänger plus Keyboard-Begleitung, um ihre Leiterin Shatima Felder bewiesen von Anfang an ihre Extraklasse. Scheinbar mühelos, ohne Mikrofon, gelang es den Interpreten, die große Kirche mit ihren Stimmen auszufüllen, mehr noch, sie spielten mit der guten Akustik von St. Ludgerus.

Allein für das fast endlos lange Halten des Schlusstons im ersten Lied gab es lauten Beifall. „Wir sind so froh, hier zu sein. Ein frohes, neues Jahr“, so begrüßte die ebenso konzentrierte wie gut gelaunte Gruppe ihre Zuhörer. „I Will Follow Him“, durch den Film „Sister Act“ vielen im Ohr, startete leise und verhalten, um dann in den kräftigen Chor des Ensembles zu münden. „Let My People Go“, einer der Klassiker überhaupt, präsentierten „The Glory Gospel Singers“ mit einem Sopran-Solo, das Anklage und Forderung zugleich darstellte. Hier gab es den gern zitierten Gänsehaut-Faktor.

Generell gelang es der Gruppe, weltbekannten Gospels und Spirituals wie Swing Low, Sweet Chariot, Amazing Grace oder Down by the Riverside mit tollen, konsequenten Choreografien neue Seiten abzugewinnen. Die Sänger bezogen ihr begeistertes Publikum mit ein; klatschen und mitsingen konnten und wollten alle.

Wiederholung erwünscht

Bei „When the Saints Go Marchin In“ durften die Zuhörer mitgehen und -tanzen. Marc Allen bewies auch bei diesem Lied seine Qualitäten als Sänger und Entertainer. Musikdirektorin Phyliss McKoy-Joubert, die die Musiker seit einigen Jahren leitet, hat ein tolles Ensemble geschaffen. Ob nachdenklich, kraftvoll, mit humorvollen Elementen oder tief religiös: The Glory Gospel Singers konnten mit ihren Stimmen auch jene überzeugen, denen dieses Musikfach sonst eher fremd ist.

Ob es eine Wiederholung des Gastspiels gibt? Nach dem grandiosen Einstand möchte Josef Breuer die New Yorker gerne noch einmal nach Schermbeck einladen; vielleicht dann mit mehr Publikum.

Andreas Rentel

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2015-01-20 17:48
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