Gnadenbild erlebt Pilger-Boom

Bischof Felix Genn (am Altar) eröffnet am Donnerstag, 30. April, die Wallfahrtszeit in Ginderich.
Bischof Felix Genn (am Altar) eröffnet am Donnerstag, 30. April, die Wallfahrtszeit in Ginderich.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Der kleine Wallfahrtsort Ginderich hat mittlerweile eine große Fan-Gemeinde. Am 30. April eröffnet Diözesanbischof Dr. Felix Genn die aktuelle Wallfahrtszeit.

Wesel..  Seit genau zehn Jahren ist Ginderich jetzt wieder Wallfahrtsort – das hat sich bei vielen Pilgern mittlerweile herumgesprochen und beschert dem 2500-Seelen-Dorf einen regelrechten Boom. „2000 bis 2500 Pilger und Touristen kommen mittlerweile jedes Jahr. Viele beten in der Kirche und erbitten von Maria Hilfe bei Sorgen und Nöten“, erläutert Heinrich Henrichs.

Der Vorsitzende des Wallfahrtauschusses ergänzt, dass das Gnadenbild „Maria, Königin des Friedens“ in der Kirche St. Maria Himmelfahrt der Hauptanziehungspunkt für die vielen Gäste aus Nah und Fern sei. Kein Wunder, denn es heißt, manche, die vor dem Gnadenbild gebetet haben, seien geheilt worden.

„Vor einem Jahrzehnt haben wir uns vorgenommen, die Wallfahrt neu zu beleben. Dies kann als gelungen betrachtet werden“, sagt Henrichs, der vor allem die Hinweisschilder an der Bundesstraße für den jüngsten Zuspruch mit verantwortlich macht. Küster Willi Brinkhoff berichtet, dass aber auch schon Pilger aus der Gegend um Freiburg und aus Oberösterreich den Weg nach Ginderich gefunden hätten.

Am kommenden Donnerstag, 30. April, wird Diözesanbischof Dr. Felix Genn mit einem feierlichen Gottesdienst ab 18 Uhr die diesjährige Wallfahrtszeit eröffnen, die bis Ende Oktober andauert. „Das Motto lautet ,Habt Vertrauen – fürchtet euch nicht’“, erläutert Pfarrer Dietmar Heshe, der nach der Wallfahrtseröffnung zur Begegnung in das Pfarrheim einlädt.

365 Jahre pausiert

Dann wird sicher auch noch einmal daran erinnert, welches vorgezogene Weihnachtsgeschenk Weihbischof Heinrich Janssen anlässlich der Segnung des Marienbildes am 13. Dezember 2005 aus Münster mit nach Ginderich brachte: Bischof Reinhard Lettmann hatte Ginderich, dem 365 Jahre zuvor das Prozessionsrecht entzogen worden war, wieder offiziell in den Kreis der Wallfahrtsorte des Bistums aufgenommen.

„Ich dachte damals, ich hör’ nicht richtig“, erinnert sich Heinrich Henrichs an den Start für die Wallfahrt der Neuzeit. Die Überraschung war gelungen. Denn mit dieser frohen Botschaft hatte damals niemand gerechnet – höchstens der aus Ginderich stammende Diakon Robert Winschuh, der den Stein ins Rollen gebracht hatte. Heute hat das gesamte Bistum Münster 26 Wallfahrtsorte – Ginderich gehört zu den kleinsten.

Viele Einzeltouristen sind unter den Pilgern, die in Ginderich Station machen. Aber auch ganze Gruppen haben die St.-Maria-Himmelfahrtskirche als Ziel. Zu den Höhepunkten des Wallfahrtsjahres zählen die Stern- sowie die Großeltern-Enkel-Wallfahrt.