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Gigantische Gasleitung geplant

13.01.2016 | 20:00 Uhr
Gigantische Gasleitung geplant
So könnte es aussehen, wenn die Bauarbeiten für die neue Gasleitung begonnen haben.Foto: pr

Kreis Wesel.   Sie soll auch durch große Teile des Kreises Wesel führen, unter anderem durch Wesel, Hünxe und Schermbeck. Doch noch steht die genaue Trasse nicht fest.

Bei den Bürgermeistern und dem Landrat des Kreises Wesel war Open Grid Europe bereits. Die Gesellschaft aus Essen hat dort ihr Gasleitungsprojekt Zeelink vorgestellt, das bis 2021 realisiert werden und auch zu einem großen Teil durch den Kreis Wesel führen soll. Hintergrund: Da die Vorkommen an L-Gas (Low caloric gas) vor allem aus den Niederlanden bis etwa 2030 zur Neige gehen, muss auf H-Gas (High caloric gas) umgestellt werden - und das erfordert neue Leitungen und Anschlüsse. Über 200 Kilometer wird das um die 600 Millionen Euro teure gigantische Projekt von Lichtenbusch an der belgischen Grenze über Krefeld bis ins westfälische Legden führen. Sechs Millionen Haushalte fallen in dieses Gebiet, die nach und nach an das neue Netz angeschlossen werden, das eine Verbindung mit Zeebrügge hat.

Noch steht nicht genau fest, wo die Trasse hinkommt. Doch es gibt eine von Open Grid Europe favorisierte Variante, die südlich von Wesel unter dem Rhein entlang läuft, um dann über Obrighoven weiter nach Hünxe und Schermbeck zu führen. Zudem existieren zwei weitere Varianten - eine südlich, eine nördlich. Alle drei sind Bestandteil der Unterlagen für das Raumordnungsverfahren, sagt Projektleiter Franz-Josef Kißing. Dafür habe man in dem knapp 10000 Quadratkilometer großen Bereich etwa 1500 Kilometer untersucht. Erst mit der Planfeststellung könne parzellenscharf mitgeteilt werden, wo die Trasse genau verlaufen soll, so dass Grundstückseigentümer Bescheid wissen und eventuell Einwendungen geltend machen können.

Themeninseln geplant
Infos im Netz und beim Dialogmarkt

Die Trassenführung steht zwar noch nicht fest, doch bereits Ende Februar soll in Schermbeck und Alpen ein so genannter Dialogmarkt für Bürger stattfinden. An mehreren Themeninseln wird es Infos geben.

Schon jetzt stehen Informationen im Netz: www.zeelink.de

Die angedachte Zeitschiene scheint ambitioniert. Die Inbetriebnahme ist für 2021 vorgesehen, bis 2030 sollen sämtliche Haushalte umgestellt sein. Das wird manchen Eigentümer einiges kosten. Denn jede Anlage muss zunächst untersucht werden, ob sie geeignet ist oder nicht, oder ob bestimmte Veränderungen vorgenommen werden müssen.

Erste Bagger sollen 2019 rollen

2018 könnten vorbereitende Maßnahmen auf der Trasse beginnen, 2019 die ersten Bagger anrollen, um die Stahlleitung von einem Durchmesser bis zu 1,20 Meter einen Meter unter die Erde zu bringen. Dazu sei während des Baus ein 38 Meter breiter Arbeitsstreifen nötig, anschließend könnten die Flächen aber wieder landwirtschaftlich ganz normal genutzt werden.

Kißing rechnet damit, dass vom Spatenstich bis zur Rekultivierung der Flächen bis zu zweieinhalb Monate vergehen, denn die Tagesleistung wird mit etwa 700 Meter angesetzt. An gelben Schilderpfählen wird die Trasse anschließend noch erkennbar sein. Im Bereich der Amprion-Höchstspannungsleitung ist sie übrigens auf keinen Fall zu finden. Das schließt sich aus unterschiedlichen Gründen von vornherein aus.

Petra Herzog

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2016-01-13 20:00
Nachrichten aus Wesel, Hamminkeln und Schermbeck