Gewerbepark lässt auf sich warten

Die Auffahrt zur Firma Idunahall an der Schermbecker Poststraße. Hier soll ein neues Gewerbegebiet entstehen.
Die Auffahrt zur Firma Idunahall an der Schermbecker Poststraße. Hier soll ein neues Gewerbegebiet entstehen.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Eine Klage verursacht Stillstand auf dem ehemaligen Gelände der Ziegelei Indunahall in Schermbeck. Ein Urteil steht noch aus.

Schermbeck..  Die Hiobsbotschaft erreichte die Mitarbeiter der Ziegelei Idunahall kurz vor Weihnachten 2005; damals endete die langjährige Produktion an der Alten Poststraße. Erst kaufte ein niederländischer Investor Grundstück und Gebäude, danach übernahmen Stephan Stender und Marc Riegel die Immobilien. Und seitdem ist auf dem großen Gelände augenscheinlich wenig passiert, dafür aber viel Papier beschrieben worden. Der geplante Gewerbepark Maassenstraße lässt weiter auf sich warten.

Aktuell läuft ein Normenkontrollverfahren, das einige Anwohner kurz nach dem Satzungsbeschluss des Gemeinderats auf den Weg brachten. Durch einen Fachanwalt aus Moers vertreten, reichten sie bereits Mitte August 2013 die Klage beim zuständigen Oberverwaltungsgericht Münster ein – ein Urteil steht noch aus.

Investoren vor Anwohnern

Es gebe in der Sache nichts neues und auch noch keinen Termin, sagt Gerd Abelt, Leiter des technischen Bauamts auf NRZ-Anfrage. Die Gemeinde, ebenfalls durch einen Fachanwalt vertreten, halte an der Rechtmäßigkeit des Bebauungsplans fest. Das Verfahren sei „einwandfrei“ gelaufen und die Abwägung richtig vorgenommen worden, ergänzt Abelt. Jetzt liege es beim Gericht zu entscheiden.

Die korrekte Abwägung ziehen die Kläger jedoch in Zweifel. Sie sehen bei dem Plan vor allem zwei Probleme. So kritisieren sie die Anbindung des Gewerbeparks Maassenstraße, die allein über die Alte Poststraße erfolgen soll. Sie meinen, es gebe Alternativen; zum Beispiel durch eine weitere, noch zu bauende Straße im südlichen Bereich. „Der Rat hat nicht vernünftig abgewogen“, meinen die Kläger.

Zudem sei bei den Berechnungen der Gutachter die bereits bestehende Belastung durch die benachbarten Gewerbebetriebe unberücksichtigt geblieben. Und anders als die Gemeinde gehen die Kläger in dem strittigen Bereich von einem zusammenhängenden Ortsteil aus.

Den Klägern ist wichtig zu betonen, dass sie das Gewerbegebiet nicht generell ablehnen. Allerdings hätten sie den Eindruck, dass sehr zu Gunsten der Investoren und zu Lasten der Anwohner entschieden worden sei. Darüber hinaus haben die Kläger erhebliche Zweifel, ob sich der Gebäudebestand überhaupt vermarkten lasse.

Die Dauer des Verfahrens sei kaum abzuschätzen, sagt Dr. Gudrun Dahme, stellvertretende Pressesprecherin des Gerichts in Münster. Grundsätzlich: Verfahren zu Bebauungsplänen dauerten nicht so lange wie solche, bei denen es zum Beispiel um große Industrieprojekte gehe. Die Dauer hänge auch von der Arbeitsbelastung der drei Bausenate ab, ebenso vom Verhalten der beteiligten Prozessparteien.

Zum konkreten Fall sagt Gudrun Dahme: Da es sich um ein „älteres Verfahren“ handele, vermutet sie, dass es noch in diesem Jahr zu einem Urteil kommen könnte. Bei dieser Klage habe zudem der Wechsel des Berichterstatters im Senat für eine Verzögerung gesorgt.

Plakate sind verschwunden

Der Zeitplan der Investoren war zunächst ein ganz anderer: Ursprünglich wollten sie den Gewerbepark bereits im Jahr 2010 eröffnen; so war es damals in der NRZ zu lesen. Dann hieß es im April 2013, dass die konkrete Vermarktung starten solle.

Die Werbeplakate, die auf die freien Flächen hinwiesen, sind übrigens schon länger verschwunden.