Gespräche und Gedanken
23.11.2008 | 18:20 Uhr 2008-11-23T18:20:22+0100RELIGION. Die Firmlinge der St. Antonius-Gemeinde waren zu Gast im Mehrgenerationenhaus und lernten die Angebote kennen.
WESEL. Fein gehobelte Mandeln, eingebettet in eine cremige Mischung aus zart schmelzender weißer Schokolade und luftigem Puderzucker: Wenn Rita Dubzyk (67) das süße Geheimnis ihrer heiß begehrten Mandelsplitter verrät, dann muss schon ein ganz besonderer Anlass vorliegen. Der Firmunterricht der St. Antonius-Gemeinde zum Beispiel. Statt schwieriger theologischer Gespräche stehen diesmal gesellige Gruppenarbeiten im Weseler Mehrgenerationenhaus auf dem Programm.
"Uns ist es wichtig, dass die Firmlinge wissen, welche sozialen Einrichtungen es in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft gibt und welche Art von Arbeit dort geleistet wird", sagt Pastoralreferentin Anne Redger, die gemeinsam mit acht Katecheten die Firmgruppen leitet. Gerade in der Zeit des Erwachsenwerdens sei es wichtig, den Horizont zu erweitern und einmal über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen. "Vielleicht findet ja tatsächlich jemand durch den Einblick hier Gefallen daran, sich ehrenamtlich zu engagieren", sagt sie.
Das hofft auch Projektkoordinatorin Ilka Goßens vom Mehrgenerationenhaus. "Unsere Einrichtung lebt vom Miteinander der Generationen", macht sie deutlich. Es sei eine Chance für junge und alte Menschen, voneinander zu lernen, Traditionen und Bräuche weiterzugeben.
Mehr über den Glauben erfahren
Für die Entscheidung an der Firmung teilzunehmen, gilt das aber in aller Regel nicht, wie Anne Redger in Gesprächen mit den rund 40 Firmlingen herausgefunden hat. "Mit 15 oder 16 Jahren entscheiden sich die meisten ganz bewusst für oder gegen das Sakrament - unabhängig von Eltern oder Großeltern", sagt sie. Das glaubt auch Firmling Sebastian Schlüter. Während sich rund zwei Drittel der eingeladenen Jugendlichen in der Gemeinde gegen eine Firmung entschieden haben, sieht er in der Vorbereitungszeit eine Chance, mehr über das Thema Kirche und Glaube zu erfahren: "Wenn ich mich nicht mit dem Thema auseinandersetzte, kann ich mir auch kein Urteil erlauben." Die praktische Gruppenarbeit im Mehrgenartionenhaus sieht der 15-jährige Gymnasiast positiv. "Solche Aktionen stärken auch das Zusammengehörigkeitsgefühl in der Gruppe", sagt er.
Der Meinung ist auch Sophia Oberender (15). Während viele andere Jugendliche sich von einigen Mitarbeitern und Freunden des Mehrgenerationenhauses in die Kunst von Bogenschießen und Doppelkopf-Regeln einweihen lassen, verziert sie die selbstgemachten Pralinen gemeinsam mit Rita Dubzyk. "Wenn ich für eine Sache eintreten möchte, dann investiere ich gerne Zeit für Kirche und Firmunterricht", sagt sie. "Erst recht, wenn's auch noch so lecker schmeckt."Das Wort Firmung kommt aus dem Lateinischen und bedeutet "festigen, kräftigen". "Die Jugendlichen können in der Vorbereitungszeit herausfinden, wo sie im Leben stehen und ob sie sich mit dem katholischen Glauben identifiziere können", sagt Pastoralreferentin Anne Redger von der Pfarrgemeinde St. Antonius. Die Firmung der rund 40 Jugendlichen erfolgt am 23. Mai 2009 in der St. Franziskus-Kirche durch Weihbischof Heinrich Janssen aus Xanten.
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