Geschäftsbesuch auf der Mittelstraße

Bürgermeister Mike Rexforth (Mitte) und Wirtschaftsförderer Friedhelm Koch (links) mit Edel-und-Metall-Inhaberin Anja Mettler.
Bürgermeister Mike Rexforth (Mitte) und Wirtschaftsförderer Friedhelm Koch (links) mit Edel-und-Metall-Inhaberin Anja Mettler.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Mit Schermbecks Bürgermeister und Wirtschaftsförderer im neuen Laden von Goldschmiedemeisterin Anja Mettler.

Schermbeck..  Über einen zu leeren Terminkalender kann sich Mike Rexforth ganz sicher nicht beschweren. Dennoch hat sich der Schermbecker Bürgermeister vorgenommen, jede neue Geschäftsansiedlung in seiner Gemeinde höchstpersönlich zu begleiten. „Das ist bei uns Chefsache“, sagt er, der an diesem Morgen gemeinsam mit Wirtschaftsförderer Friedhelm Koch in das kleine Ladenlokal an der Mittelstraße 58 gekommen ist. Seit seinem Amtsantritt ist es der dritte Besuch dieser Art. Neuansiedlungen sollen gefeiert werden, statt Leerstände zu bedauern.

Der Bürgermeister hat nicht nur weiße Orchideen als Eröffnungsgeschenk für Goldschmiedemeisterin Anja Mettler mitgebracht, sondern auch die Presse eingeladen. Eine kleine Hilfestellung in Sachen Öffentlichkeitsarbeit für die neue Inhaberin des Geschäfts „Edel und Metall“. Dennoch betont Rexforth, dass er der Geschäftsfrau jederzeit als Ansprechpartner zur Seite stehen möchte. „Wir wollen die Hürden zur Verwaltung so gering wie möglich halten“.

Anja Mettler, die 46-jährige Goldschmiedemeisterin, hat zum 1. Februar den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt. Viele der Kunden werden sie schon kennen, denn seit 2008 arbeitet sie bereits in dem Geschäft, das sie von Arthur Nixdorf übernommen hat, der in den Ruhestand gegangen ist. „Das ist wunderbar, dass wir auf diese Weise auf der Mittelstraße einen Leerstand vermeiden konnten“, freut sich der Bürgermeister. Und die Aussicht, dass die Goldschmiedemeisterin – wenn alles nach Plan verläuft – auch ausbilden möchte, stimmt ihn noch fröhlicher.

Der Wirtschaftsförderer lobt die neue Gestaltung des Ladenlokals. Ganz besonders erfreut ihn, dass es im Eingangsbereich einen Tisch mit zwei Stühlen gibt. „Das ist nicht mehr selbstverständlich“, sagt Koch. Für Anja Mettler schon. Sie setzt auf Kundennähe und hat sogar ihren Werkstattbereich ins Ladenlokal verlegt, damit sie stets ansprechbar ist. Wer mag, kann ihr beim Handwerk zuschauen.

Verkaufen, Schmuck anfertigen, umarbeiten, reparieren, Batterien wechseln – all das gehört zu ihrem Geschäft. Unterstützt wird sie dabei von den beiden Mitarbeiterinnen Marlies Trojahn und Tanja Nölscher. Langfristig möchte die Goldschmiedemeisterin übrigens ihre eigene Schmuckkollektion entwerfen. „Don’t dream your life, but live your dream“ steht auf einem Schild an der Wand. Ihren Traum vom eigenen Geschäft leben, das will die 46-Jährige. Und weil sie weiß, dass das als Selbstständige in vom Internetversand geprägten Zeiten wie diesen immer schwieriger wird, will sie den Schulterschluss mit Gleichgesinnten suchen. „Ich möchte mich in der Werbegemeinschaft engagieren“, kündigt Anja Mettler an.

Kundenkontakt wichtig

Das ist das Stichwort für Mike Rexforth, der an diesem Morgen viel Zeit mitgebracht hat. „Sie kennen ja sicherlich die vielen Aktionen der Kaufleute, die wir hier in Schermbeck haben“, sagt er. „Es ist so schade, wenn wir verkaufsoffene Veranstaltungen haben und bei manchen bleibt das Licht aus.“ Anja Mettler nickt. Sie wird dabei sein, wenn sich die Schermbecker Geschäftsleute wieder Kreatives für ihre Mittelstraße einfallen lassen. „Dabei geht’s mir nicht ums Verkaufen, sondern um den Kundenkontakt.“ Jetzt nicken Bürgermeister und Wirtschaftsförderer. Sie sind zufrieden mit ihrem dritten Antrittsbesuch zur Geschäftsneueröffnung. Auf dass noch viele folgen ....