Gesamtschulfiliale, eine Realschule und keine Hauptschule?

Erhält die Gesamtschule am Lauerhaas eine Dependance statt unmittelbarer Konkurrenz in Form einer zweiten Gesamtschule?
Erhält die Gesamtschule am Lauerhaas eine Dependance statt unmittelbarer Konkurrenz in Form einer zweiten Gesamtschule?
Foto: Peggy Mendel
Was wir bereits wissen
Bildungsbündnis mehrerer Parteien im Rat legt Pläne zur Neuordnung der Schullandschaft vor.

Wesel..  Doch keine zweite Gesamtschule für Wesel - zumindest vorerst nicht -, aber eine deutliche Veränderung der Weseler Schullandschaft - das ist die neue Zielsetzung von SPD, Grünen, Linken und WWW/Piratenpartei im Rat. Nach ihren Vorstellungen soll die Hauptschule Martini zum Schuljahr 2016/17 keine Eingangsklassen mehr bilden und auslaufen. Das Angebot Realschule soll erhalten bleiben - in Form einer Verschmelzung der beiden bestehenden Schulen dieses Typs mit zwei oder drei Zügen am Standort der Konrad-Duden-Realschule. Die frei werdenden Schulgebäude in der Innenstadt böten Raum, eine Dependance der Gesamtschule am Lauerhaas aufzunehmen.

Dieses Modell entspreche dem zunehmenden Wunsch, das Abitur zu erreichen, so das „Bildungsbündnis“ der genannten Parteien. Eine Sekundarschule scheide daher aus. Die Abkehr von den Plänen, jetzt eine zweite Gesamtschule anzustreben, begründen Ludger Hovest (SPD), Ulrich Gorris (Grüne), Günther Wagner (Linke) und Hilmar Schulz (WWW/Piraten) nach separaten Gesprächen mit Fachleuten so: Man dürfe die vier in der Stadt bestehenden Oberstufen nicht gefährden, und zudem sei nicht sicher, ob für eine zweite Gesamtschule und deren Sekundarstufe derzeit die Schülerzahlen ausreichten.

Vielleicht in vier Jahren ...

Die „Filiallösung“ einer dann achtzügigen Lauerhaas-Gesamtschule lasse Optionen offen. Man könne abwarten, wie sich die Realschule entwickle und gegebenenfalls „in vier Jahren eine zweite Gesamtschule einrichten“, so Hovest. Nachdem in Nachbarkommunen weitere Gesamtschulen entstanden sind, wolle man verhindern, dass zukünftig Gesamtschüler von außerhalb nach Wesel kommen.

In die von Hovest so genannte „weiche Lösung“ sei die Gesamtschulleitung einbezogen worden. Die Gefahr, dass die Erweiterung von jetzt fünf auf acht Züge zu Nachteilen eines Riesenapparates führen könnte, habe man intensiv diskutiert. Es gebe Beispiele von Dependance-Lösungen, dass dies vermeidbar sei.

Für städtischen Etat am besten

Der Lösungsvorschlag ermögliche eine flexible Reaktion auf die Entwicklung der Bildungslandschaft und sei zudem für den städtischen Haushalt am verträglichsten. Er vermeide erhebliche Investitionen zur Behebung der Raumproblematik am Lauerhaas . Im Detail sollten die Schulplaner sich zu Raumanforderungen und Raumnutzungsmöglichkeiten äußern. Das müsse selbstverständlich auch Bedarfe etwa des Andreas-Vesalius-Gymnasiums in der Innenstadt einschließen.

Das hohe Niveau der verschiedenen Schulformen müsse erhalten bleiben. Dem Entwurf des 12. Schulrechtsänderungsgesetzes entsprechend solle jeder Schüler und jede Schülerin an den weiterführenden Schulen verschiedene Abschlüsse machen können, um Schulwechsel zu vermeiden. Die genannten Parteien streben auch an, dass alle Schulformen zukünftig Schülerinnen und Schüler „mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf“ betreuen.

Das Thema wird den Schulausschuss am Donnerstag, 28. Mai, beschäftigen. Die CDU kritisiert, dass die Stadtverwaltung dazu bislang keine Unterlagen vorgelegt hat und fordert diese bis morgen ein.