Gemeinsam genießen

Schnell wird aus sechs einander unbekannten Frauen ein Kochteam unter Anleitung von Claudia Vethake.
Schnell wird aus sechs einander unbekannten Frauen ein Kochteam unter Anleitung von Claudia Vethake.
Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Servi
Sechs NRZ-Leserinnen kochen im Haus der Gesundheit vegetarisch - sie freuten sich über neue Impulse

Wesel..  Geschäftiges Treiben im Haus der Gesundheit: Sechs NRZ-Leserinnen kochen mit Claudia Vethake. Gesund soll es sein, und an diesem Tag auch vegetarisch: Feldsalat mit Roter Bete steht auf der Karte, gefolgt von Petersilienwurzelsuppe, „Don Cannelloni“, eine vegane Variante, und zum guten Schluss Apple Crumble. Ingrid Jung-Hamberg, Edith-Luise Jäger, Ursula Löper, Jutta Riemann, Dorothee Schneider und, in quasi letzter Minute eingesprungen, Nina Backhaus legen los.

Jede bekommt ihre Aufgabe. „Tofu mit der Gabel kleinmatschen“ – klingt leicht. Geht aber in die Arme, stellt Ingrid Jung-Hamberg schnell fest. „Ich möchte ein wenig schlanker werden“, sagt die 70-Jährige, die Neuem stets aufgeschlossen ist. „Mein Sohn hat auf vegetarisch umgestellt und hat abgenommen.“ Zum ersten Mal kocht sie mit Tofu und erfährt, dass es ein Sojabohnen-Produkt ist.

Dorothee Schneider hat da mehr Erfahrung. Aber ganz ohne Fleisch kocht sie nicht. „Da macht mein Mann nicht mit“, sagt die 45-Jährige, und schnibbelt Petersilienwurzeln. Die Frauen lachen. „Das mit den Männern hat Evolutionsgründe“, meint Ursula Löper. Schnell hat sich aus der Gruppe einander unbekannter NRZ-Leserinnen eine gemütliche Runde gebildet. Es ist nicht das Kochen allein, es ist das gemeinsame Kochen, das Edith-Luise Jäger an diesem Abend so gefällt. Mit fleischloser Küche hat sie wenig Erfahrung. Das hier sei ist ein guter Einstieg, sagt sie.

Diplom-Ökotrophologin Claudia Vethake erläutert derweil den Vor- und Nachteil von Raps- und Olivenöl. Rapsöl habe eine gute Fettsäurezusammensetzung. „Olivenöl ist sehr hitzestabil“, sagt sie. Obwohl: Zum Frittieren würde sie es nicht empfehlen. „Wer gerne Salate isst: Da ist Walnussöl toll.“

Jutta Riemann kämpft mit dem eigenwillig zu bedienenden Herd - der reagiert auf Berührung. Oder auch nicht, denn die Kindersicherung will erst umgangen sein. Sie freut sich, dass sie diesen Abend gewonnen hat. Sie will ihr Kochen ein wenig aufpeppen und gesund leben. Nina Backhaus, die erst am Morgen von ihrem Gewinn erfahren hat, weil jemand absagen musste, kocht vegetarisch. Doch auch sie freut sich über neue Anregungen. Während die Frauen plaudern, häckseln, rühren und fachsimpeln, strömt ein wunderbarer Duft durch die Küche.

Und wie hat das ungewohnte Essen geschmeckt? „Lecker!“, sagt Ingrid Jung-Hamberg überzeugt. Eigentlich hat ihr alles gut geschmeckt. „Am besten hat mir aber der Nachtisch gefallen. Ich habe zum ersten Mal in meinem Leben Streusel richtig hingekriegt“, schwärmt sie. Sie will demnächst häufiger für ihrem 13-jährigen Enkel kochen. Der isst als einziger in der Familie konsequent fleischfrei, und das schon seit drei Jahren.

Gemütlich war’s. Die Frauen verabschieden sich herzlich von Teamleiterin Claudia Vethake.