Gemeinsam gegen Kinderarmut

Ute Kraft, Leiterin der Villa Confetti,  und Sozialpädagogin Stefanie Baumeister zeigen: Nicht alle Kinder haben genug Unterrichtsmaterial.
Ute Kraft, Leiterin der Villa Confetti, und Sozialpädagogin Stefanie Baumeister zeigen: Nicht alle Kinder haben genug Unterrichtsmaterial.
Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Servi
Was wir bereits wissen
Manchmal sind es Kleinigkeiten, die Kinder mittelloser Eltern ausgrenzen.Häufig fehlt es am Notwendigsten - einem Paar passender Schuhe beispielsweise

Wesel..  Beim Toben zerbricht die Brille. Und der Junge kommt ohne die Sehhilfe zur Schule, wochenlang. Kinder können nicht beim Sportunterricht mitmachen, sie haben keine Sportschuhe oder Turnsachen. Kinderarmut hat viele Gesichter, auch in Wesel. Schon vor Jahren haben NRZ und Caritas gemeinsam die Aktion „Klartext für Kinder“ ins Leben gerufen, um zu helfen.

„Es geht um die wirklich notwendigen Dinge“, erläutert Ute Kraft das Konzept, „solche die man zum Leben braucht“. Das Projekt funktioniert so: Menschen, die helfen wollen, spenden. Das Geld geht auf das Klartext-Konto, auch kleine Beträge sind willkommen. Sehen die Caritas-Mitarbeiter, dass ein Mädchen oder Junge dringend etwas braucht, sprechen sie mit der Familie und stellen einen Antrag.

Die Hilfe kommt an

„Es ist uns wichtig, dass nur wirklich nötiges von diesem Konto finanziert wird“, erläutert Kraft. Deshalb prüfen Guido Busch, Fachbereichsleiter der Caritas, und Susanne Zimmermann, NRZ-Redakteurin, möglichst schnell die Anfrage, bevor sie genehmigt wird. Durch das Vier-Augen-Prinzip stellen wir sicher, dass das Geld auch bei denen ankommt, die es so dringend nötig haben. Kein Euro soll verschwendet werden.

Viele Weseler haben ein Herz für Kinder und sie zeigen es auch. Bei der Weihnachtswunschbaum-Aktion beispielsweise, bei der Jahr für Jahr Menschen für Jungen und Mädchen Geschenke persönlich einkaufen. Manche der Spender müssen selbst aufs Geld achten, wollen trotzdem einem Kind eine Freude machen. Auch der Aufruf, den Caritas, Inner Wheel Club und NRZ in dieser Woche gestartet haben, noch brauchbare Schulranzen zu spenden, ist nicht ungehört verhallt, ein paar Kinder können bereits jetzt damit versorgt werden. Wir sammeln weiter.

Und jetzt das: Klartext für Kinder benötigt Unterstützung, das Konto ist leer und die Kinderarmut scheint eher zu wachsen, als abzunehmen. Helfen kann jeder Betrag, denn es sind nie die großen Anschaffungen, die nötig sind.

Sozialpädagogin Stefanie Baumeister und Ute Kraft nennen ein weiteres Beispiel. Ein Junge benötigt für die Schule einen Zirkel. „Die Eltern sagen, den kann man sich vom Sitznachbarn leihen.“ Der Junge wird gehänselt, bald hasst er es, zur Schule zu gehen. „Wir kaufen einen Zirkel und sagen ihm damit: Du bist etwas wert, wir kümmern uns um Dich.“

Dabei kann jeder helfen: Privatleute, Bürogemeinschaften, Unternehmen, Vereine, die sich engagieren. Weitere Informationen gibt Ute Kraft, 0281/475779412, per E-Mail unter villaconfetti@caritas-wesel.de