Gemälde in neuem Glanz

D
D
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Restaurierung des Christophorus-Wandbildes in der evangelischen Kirche Hamminkeln ist jetzt komplett abgeschlossen.

Hamminkeln..  Die Orgel spielte, während die Sonne durch die bunten Fenster der evangelischen Kirche in Hamminkeln schien. In diesem Licht erstrahlte das frisch restaurierte Christophorus Fresko in neuem Glanz. Die Mitglieder der Gemeinde trafen sich in der Kirche zu einer Feierstunde, um das Wandbild einzuweihen.

Zahlreiche Geldspender

„Der Christophorus ist jetzt schärfer, klarer und in seinen Konturen besser zu erkennen“, freute sich Pfarrer Stefan Schulz über die gelungene Arbeit. Drei Monate lang hatte Diplomrestauratorin Vera Krüsel aus Düsseldorf an dem Gemälde gearbeitet. Ohne die Gemeindemitglieder wäre die Restauration jedoch nicht möglich gewesen. Die Kosten von rund 24 000 Euro wurden fast ausschließlich durch Spenden der Hamminkelner finanziert. „Ein Gemeindemitglied hat zu seinem 80. Geburtstag auf Geschenke verzichtet und stattdessen Spenden für das Gemälde gesammelt“, bemerkte Schulz dankbar. Selbstverständlich ist ein solches Handeln für den Pfarrer nicht. „Das zeigt die Verbundenheit der Menschen zu unserer Kirche.“

Durch eine Verschmutzung und vom Wandbild herunter bröselnden Putz, war eine Restaurierung unumgänglich. Nun sind Teile des Originalgemäldes zu erkennen, die zuvor nicht mehr sichtbar waren: auf einer Fläche von 6,53 Metern mal 4,08 Metern. Lediglich auf der unteren rechten Seite des Bildes ist der Putz zerstört und nicht rekonstruierbar. Auch ein Spruchband auf dem vermutlich der Name des Stifters des Bildes vermerkt ist, kann nicht wiederhergestellt werden. „Wir hoffen, dass eine solche Maßnahme so schnell nicht mehr notwendig ist“, so Stefan Schulz.

Als Ursache für den vorherigen Renovierungsbedarf des Gemäldes nennt der Pfarrer das Heizsystem der Kirche. Die warme Luft stieg direkt unter dem Bild hoch. Nun wurde das Bodengitter so verändert, dass die Heizungsluft schräg in den Raum hineingepumpt wird. „Wir hoffen dadurch den Verfallprozess zu verlangsamen“, sagte der Pfarrer zuversichtlich.

Entstanden ist das Gemälde zwischen 1500 und 1520. Zur Zeit der Reformation wurde es weiß übertüncht und dadurch erst im Jahre 1906 wiederentdeckt. Nach einer Restaurierung erlitt das Wandgemälde im Zweiten Weltkrieg starke Feuchtigkeitsschäden und musste 1953 erneut restauriert werden. Eine leichte Retouchierung fand zuletzt 1991 statt.