Fürs Leben lernen

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Wesel..  „Klaro“ ist ein alter Bekannter für Leonie, Can und die anderen Kinder der Klasse 4c der Gemeinschaftsgrundschule (GGS) Innenstadt. Über ihre gesamte Grundschulzeit hinweg hat die kleine Puppe mit dem Tennisball-Kopf die Mädchen und Jungen begleitet. Mit ihm gemeinsam haben sie vieles über ihren Körper und ihre Gefühlswelt, über Gesundheit und Gefahren sowie über das richtige Miteinander gelernt. „Klaro“ ist das Maskottchen der „Klasse 2000“ - eines Gesundheitsprojektes, das an mehreren Weseler Grundschulen läuft.

An der GGS Innenstadt betreut Sozialarbeiterin Bärbel Krumme das Projekt, das derzeit in 15, im kommenden Schuljahr sogar in allen 16 Klassen angeboten wird. Über vier Jahre kommt sie regelmäßig in die Klassen, stößt neue Themen an, die die Lehrer anschließend mit den Mädchen und Jungen weiter bearbeiten. „Das sind Themen, die an die jeweiligen Lehrpläne angepasst sind und sich somit gut in den Unterricht integrieren lassen“, erklärt Bärbel Krumme. Dennoch sei „Klasse 2000“ ganz anders als regulärer Unterricht, sagt Can, für den das Projekt im Sommer mit dem Wechsel auf eine weiterführende Schule ausläuft. „Ehrlich gesagt macht das mehr Spaß als Schule sonst“, sagt der Zehnjährige. Gruppen- und Projektarbeiten, Rollenspiele und mehr bieten Abwechslung. „Und wir haben dabei eine ganze Menge gelernt in den vier Jahren“, ergänzt Leonie.

Etwa, dass Lebensmittel wie Obst, Gemüse und Getreide gesund sind, wozu der menschliche Körper Knochen hat oder dass Alkohol Gift für die Zellen eines Kinderkörpers ist. Auch mit Lügen in der Werbung und dem Thema Rauchen befassten sich die Kinder. „Ich habe gelernt, dass meine Lunge schwarz werden kann, wenn ich rauche oder auch nur jemand neben mir raucht“, sagt Sophie. „Und das kann man dann nicht einfach so wieder weg operieren.“

Suchtprävention sei durchaus ein wichtiges Thema in der Grundschule, weiß Bärbel Krumme. „Es gibt Kinder, die tatsächlich dann schon die ersten Kontakte zu Alkohol und Zigaretten haben.“ Großen Einfluss habe da etwa das Fernsehen. Wie positiv und nachhaltig solchen Trends mit dem Projekt „Klasse 2000“ entgegen gewirkt werden könne, zeigen Studien, so die Sozialarbeiterin weiter. „Kinder, die das Projekt in der Grundschule durchliefen, hatten die Themen in der siebten Klasse noch immer präsent.“ Aufgrund solcher Erfolge hofft Schulleiterin Astrid Wahl-Weber, die „Klasse 2000“ an der GGS Innenstadt langfristig fortlaufen lassen zu können. Dazu ist die Schule auf Sponsoren angewiesen, das Projekt wird nur durch Spenden finanziert. Einzelpersonen, Gruppen oder Unternehmen können Patenschaften für Klassen übernehmen, diese kosten 220 Euro pro Jahr.